Nitztal

Überraschendes Hochwasser der Nitz hinterlässt Schäden im Ort: Spielplatz und Brücke in Mayener Stadtteil beschädigt

Die Nitz verließ am Mittwoch vergangener Woche infolge des Starkregens ihr Bett, überschwemmte den Spielplatz im Mayener Ortsteil Nitztal und verursachte schwere Schäden an einer Holzbrücke.

Von Elvira Bell

Die entstandenen Schäden zeugen von der immensen Kraft der durch den Starkregen angeschwollenen Nitz. Der Spielplatz in Mayen-Nitztal wurde geflutet, die Schäden sind deutlich erkennbar.
Die entstandenen Schäden zeugen von der immensen Kraft der durch den Starkregen angeschwollenen Nitz. Der Spielplatz in Mayen-Nitztal wurde geflutet, die Schäden sind deutlich erkennbar.
Foto: Elvira Bell
„Der normalerweise harmlose Bach war so stark angeschwollen, dass die Flut sogar unsere Holzbrücke ein Stück nach links versetzte“, erklärt Stefan Wagner. Wie hoch der Pegelstand war, kann der Ortsvorsteher nicht beurteilen. „Es sieht übel aus“, sagt er. Für ein kleines Dorf wie Nitztal sei der materielle Schaden immens. „Doch alles in allem haben wir in unserem 160 Einwohner zählenden Stadtteil noch Glück gehabt“, bilanziert Wagner. „Es kamen keine Personen zu Schaden, und auch die privaten Schäden halten sich insgesamt in Grenzen.“

Ob der Spielplatz, der nicht nur von Kindern aus dem Ort, sondern auch von Auswärtigen frequentiert wird, noch einmal instand gesetzt werden kann, ist auch eine Woche nach dem Hochwasser noch unklar. „Eine komplette Sichtung ist noch nicht erfolgt“, sagt Wagner. Sogar der Zaun entlang des Spielplatzgeländes, der parallel zur Nitz verläuft, wurde von der Flut weggedrückt. In ihm ist, nachdem sich die Nitz zurückgezogen hatte, allerlei Unrat hängen geblieben.

Eile geboten ist bei der Brücke, die sich in der Nähe des Bolzplatzes in Richtung Schützenhalle befindet. Sie ist die einzige Zuwegung zum Friedhof und muss wahrscheinlich durch ein Provisorium ersetzt werden.

Die entstandenen Schäden zeugen von der immensen Kraft der durch den Starkregen angeschwollenen Nitz. Die Brücke, die zum Friedhof führt, wurde von der rauschenden Nitz mit voller Wucht getroffen und in Mitleidenschaft gezogen.
Die entstandenen Schäden zeugen von der immensen Kraft der durch den Starkregen angeschwollenen Nitz. Die Brücke, die zum Friedhof führt, wurde von der rauschenden Nitz mit voller Wucht getroffen und in Mitleidenschaft gezogen.
Foto: Elvira Bell
Rückblick: Mittwoch vergangener Woche mussten in der Kürrenberger Straße vorsorglich drei Häuser evakuiert werden. „Zwei der drei Häuser sind gut davon gekommen“, berichtet Wagner. Eine der Betroffenen, die evakuiert wurde, ist auf eine Sauerstoffversorgung angewiesen. Sie wurde mitsamt ihrer 90 Kilogramm schweren Druckgasflasche in die Alte Schule gebracht. „Ich war zunächst sehr aufgeregt. Doch sogar ein Notarzt und ein Krankenwagen waren vor Ort. Ich wurde bestens mit allem, sogar mit Süßem, versorgt“, hebt die Anwohnerin anerkennend hervor. Noch in der Nacht konnte sie in ihr Zuhause zurückgebracht werden. „Die Helfer leisteten im Ort nahezu Übermenschliches“, sagt sie anerkennend.

Betroffen war nicht nur die Kürrenberger Straße, sondern auch die Schlossstraße. „Die Lage spitzte sich am Mittwoch rasch zu. Spätestens um 18 Uhr war uns klar, dass es kritisch werden würde“, berichtet Wagner. Nicht nur die Feuerwehr, sondern Anwohner und viele weitere Helfer waren die ganze Nacht im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern. „Im Gegensatz zum Hochwasser im Jahr 2016, das sich bereits Tage zuvor angekündigt hatte, waren die Fluten dieses Mal innerhalb von wenigen Stunden im Ort.“ Auch die Anwohnerin, die evakuiert wurde, hätte niemals mit einem solch rasanten Hochschnellen des Pegelstands gerechnet. „Das war viel, viel schneller als 2016.“

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell