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Mayen

OB-Wahl in Mayen: Kandidaten wurden bei Podiumsdiskussion auf Herz und Nieren geprüft

Von Thomas Brost
Sie gaben im Rathaus ihre Visitenkarte ab: Dirk Meid (vorn, von links), Wolfgang Treis und Sandra Karduck.  Fotos: Andreas Walz
Sie gaben im Rathaus ihre Visitenkarte ab: Dirk Meid (vorn, von links), Wolfgang Treis und Sandra Karduck. Fotos: Andreas Walz Foto: Andreas Walz

Elefantentreffen, Redeschlacht, Kräftemessen: Im Vorfeld der Podiumsdebatte der drei Oberbürgermeisterkandidaten in Mayen war darüber viel spekuliert worden, wie hart es zur Sache gehen würde. Zumal es der erste gemeinsame Auftritt des Trios vor der Wahl am 26. April (mögliche Stichwahl: 10. Mai) gewesen ist.

Lesezeit: 2 Minuten
Gut 100 Zuhörer wollten sich die Diskussion im Rathaus nicht entgehen lassen. Sie wurden nicht enttäuscht: In gut anderthalb Stunden legten Sandra Karduck (CDU), Dirk Meid (SPD) und Amtsinhaber Wolfgang Treis (Grüne) dar, was sie vorhaben. Dabei gab es die eine oder andere überraschende Erkenntnis. So will Karduck erfahren haben, ...
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Von persönlicher Lebensplanung, Angriffslust und klarer Sprache

Es fehlt ein wenig Salz in der Suppe, Leidenschaft: Fehlanzeige. Auch direkte Angriffe auf einen Konkurrenten unterbleiben – was wiederum dem Ablauf und dem informativen Austausch des Abends guttut.

Persönlich wird es beim Stichwort Motivation: Jeder muss Farbe bekennen. So sah die Lebensplanung bei Wolfgang Treis vor, mit 63 in Rente zu gehen. Jetzt dräut das Arbeitszeitende mit 68. „Wie viel Restlaufzeit bleibt mir dann noch?“, sinniert Treis, der dieses Jahr 60 wird. „Aber ich pflege Dinge, die ich begonnen habe, zu Ende zu führen.“ Darunter fallen die Entwicklung der Innenstadt und der Klimaschutz.

Sandra Karduck (47) sieht sich als „Gestalterin“, frei nach dem Motto: „Mayen bewegen, mit Energie und Leidenschaft“. Als Fachanwältin für Familienrecht und Mutter will sie Familien stärken und die Wirtschaft fördern. „Ich möchte, dass Unternehmen den Bedarf an Fachkräften decken können.“ Dirk Meid (51) will Mayen wieder „zu einem kräftigen Mittelzentrum“ machen. Er sieht sich als glaubwürdig, bodenständig und ansprechbar. Als gelernter Diplom-Verwaltungswirt kennt er Strukturen und Abläufe der Verwaltung. Er habe Teamarbeit und wirtschaftliches Handeln gelernt – nicht zuletzt durch seinen aktuellen Job in einem internationalen Unternehmen.

Sprache: Gedämpft angriffslustig ist Meid, formuliert recht bedächtig, konkret, teilweise langatmig. Legt den Finger in die Wunde. Die Steg-Affäre? „So was darf nicht passieren.“ Auch die millionenschwere Sanierung des Stadiongebäudes hätte es bei ihm nicht gegeben.

Wolfgang Treis zehrt vom Amtsbonus, spricht frei, meist über aktuelle Projekte. In kurzen, prägnanten Sätzen. Er kontert die Kritik Meids sachlich, zum Beispiel in puncto Krankenhaus: „Das ist nicht zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.“ Ab und zu schweift er ab, wie als er von zu breiten Autos in Parkhäusern berichtet. Sandra Karduck liefert Inhalte: Sie trägt viele Konzepte vor – das Wort Evaluation (sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung) fällt dreimal, ohne dass es erläutert wird. Ihre Sprache ist etwas sperrig, beinhaltet englische Vokabeln. Sympathisch bekennt sie freimütig, in Detailfragen noch tiefer einsteigen zu müssen. Was sie von den anderen beiden Kandidaten unterscheidet? „Ich bin 'ne Frau.“ Eine im Übrigen mit vielen Schnittmengen. bro

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