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Wenn Papageno Pop singt – Die Zauberflöte auf neuen Wegen in Mayen
Kerstin Stuewe

Lesezeit 2 Minuten

Woran denken Sie, wenn Sie „Die Zauberflöte“ hören? An ein großes Orchester, an Wolfgang Amadeus Mozart, an Operngesang? Vielleicht an die berühmte Arie der Königin der Nacht? Wahrscheinlich an einen Klassiker. Und genau den bringen die Burgfestspiele Mayen jetzt auf überraschend neue Weise auf die Bühne.

Die beiden Theaterschaffenden Lukas Schrenk und Nils Strunk fragen in ihrer Fassung: Wie würde „Die Zauberflöte“ heute klingen? Und wie ließe sich die Geschichte aus heutiger Perspektive erzählen, ohne ihre historischen Wurzeln aus den Augen zu verlieren?

Ein Blick zurück zeigt: Auch die Uraufführung war alles andere alles andere als verstaubt. Am 30. September 1791 feierte die Oper in Wien Premiere – in einem Theater, das Emanuel Schikaneder, der Autor des Librettos der „Zauberflöte“ selbst leitete.  Nach einer aufwendigen Renovierung mussten mehr als 1.000 Plätze gefüllt werden, während Wolfgang Amadeus Mozart dringend Geld benötigte. Die Lösung: ein Stück, das das Publikum packt. Schikaneder stand selbst als Vogelfänger Papageno auf der Bühne, Mozart dirigierte – und gemeinsam schufen sie einen echten Kassenschlager.

Genau hier setzt die Mayener Inszenierung an: Eine Theatertruppe steckt in finanziellen Schwierigkeiten und wagt einen letzten Versuch, ihr Publikum zurückzugewinnen – mit einer eigenen Version der „Zauberflöte“. Also erzählen sie die Geschichte von Prinz Tamino, der die entführte Prinzessin Pamina retten soll, begleitet vom Vogelfänger Papageno. Prüfungen, Machtspiele zwischen dem Fürsten Sarastro und der Königin der Nacht – und natürlich eine Zauberflöte, die Wunder bewirkt.

Doch diese Version nimmt den Klassiker genüsslich auseinander: Das Original wird genau betrachtet und mit viel Humor aus heutiger Perspektive hinterfragt. Wenn sich Tamino etwa Hals über Kopf verliebt, nur weil er ein Bild gesehen hat, bleibt das nicht unkommentiert. Tempo, Witz und überraschende Wendungen sorgen für einen Abend, der Oper und Theater gleichermaßen auf den Kopf stellt.

Auch musikalisch geht die Inszenierung eigene Wege: Mozart trifft auf Pop, bekannte Melodien auf neue Kompositionen. Es wird vermixt, gemogelt, getrickst und geklaut – ganz im Sinne der ursprünglichen Entstehungsgeschichte. So entsteht ein Klangkosmos, der von Oper bis Popkultur reicht.

Wer hier einen Klassiker erwartet, dessen Erwartungen werden erst gebrochen und dann übertroffen.

Ein Abend für alle, die einen Klassiker neu entdecken wollen – oder sich einfach bestens unterhalten möchten. 

 

Karten gibt es online unter www.burgfestspiele-mayen.de, per Mail an tickets@touristikcenter-mayen.de, per Telefon unter der 02651 494942 und bei der Vorverkaufsstelle der Burgfestspiele Mayen im Reisebüro Bell, Rosengasse 5 in Mayen.

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