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Rhein-Lahn

Mehr und mehr in unseren Regionen: Nilgänse sind an Rhein, Mosel und Lahn heimisch

Die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) ist eigentlich ein Brutvogel, der in Nordostafrika, zum Beispiel in Ägypten und im Sudan beheimatet ist. Sie breitet sich aber mehr und mehr in unseren Regionen aus.

Nilgänse sind in unserer Region seit Jahren heimisch. Jetzt werden viele der Tiere beringt.  Foto: Uli Pohl
Nilgänse sind in unserer Region seit Jahren heimisch. Jetzt werden viele der Tiere beringt.
Foto: Uli Pohl

An Rhein, Mosel und Lahn ist die hochbeinige und wegen des Augenringes mit traurigem Blick dreinschauende Gans, schon seit einigen Jahren Brutvogel. Jetzt wird ihr Verhalten auch wissenschaftlich untersucht. Aktuell hat sich Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, ein Bild von einem Beringungsprojekt der Nilgänse gemacht.

Mit der Beringung der Nilgänse in unserer Region ist Diplom-Biogeograf Sönke Twietmeyer betraut. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Projekt zwischen den Universitäten Freiburg, Trier und der Vogelwarte Radolfzell. Die Vögel erhalten den normalen Aluring der Vogelwarte und zum Teil einen gelben Farbring. Inzwischen bekommen die Nilgänse sogenannte Elsa-Ringe, wie sie auch bei Störchen eingesetzt werden. Ein schwarzer Plastikring mit der Aufschrift DER (Kürzel für Radolfzell) und einem fünfstelligen Code (wie zum Beispiel: PC221). Diese Ringe lassen sich recht gut aus größerer Entfernung ablesen, wozu interessierte Naturfreunde auch aufgerufen sind.

Twietmeyer schätzt den Brutbestand an der Mosel auf 150 Paare, den am Rhein zwischen Linz und Kaub auf 25 Paare und den an der Lahn zwischen Lahnstein und Diez auf etwa 20 Paare. Dazu kommen noch einige Brutpaare an Gewässern im Westerwald und in der Eifel, so dass man von einem Gesamtbestand im Bereich SGD Nord von rund 200 Paaren ausgehen kann.

Bisher gibt es keine Erkenntnisse darüber, dass andere Wasservogelarten in ihrem Vorkommen durch Nilgänse beeinträchtigt werden. Bemerkenswert ist ferner, dass etliche Nilgänse Gebäudebrüter sind, oder auch inmitten von Graureiherkolonien in Horsten ihr Brutgeschäft tätigen. Für die Jungen ein gewagter und notwendiger Absprung, schon am ersten Lebenstag. Im Winter bleiben die Nilgänse in unserer Region, manchmal in Ansammlungen von mehr als 100 Exemplaren an einem Ort. Nilgänse wandern aber auch weit ab, bis hin zu unseren Nachbarländern.

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