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Bad Kreuznach

Lafers erste Bilanz: 500 Kinder kommen in Schulmensa auf den Geschmack

Die Mittagsverpflegung an Schulen noch mehr in Einklang mit der Aufklärung der Kinder über gesunde Ernährung zu bringen – das ist ein großes Ziel des Landes. Wie die Verknüpfung besser funktionieren kann, war Thema des Fachkongresses „Schlauer essen – besser lernen“ mit mehr als 200 Lehrern, Vertretern der Schulträger und Experten im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bad Kreuznach.

„Ich habe schon an vielen Orten der Welt gekocht, aber mein größtes Erlebnis ist die Schulmensa am Römerkastell“, sagt Sternekoch Johann Lafer
„Ich habe schon an vielen Orten der Welt gekocht, aber mein größtes Erlebnis ist die Schulmensa am Römerkastell“, sagt Sternekoch Johann Lafer
Foto: Benjamin Stöß

Mit dabei: unter anderem Bildungsministerin Doris Ahnen und Ernährungsministerin Ulrike Höfken sowie Sternekoch Johann Lafer, der seine Modellmensa am Gymnasium am Römerkastell (Röka) in Bad Kreuznach vorstellte. Seit 9. November ist die Röka-Mensa in Betrieb, seitdem steigen die Zahlen stetig. „Nur die erste Woche war enttäuschend“, bilanziert Lafer, „mittlerweile essen aber pro Tag 450 bis 500 Kinder.“ Ursprünglich hat er mit 300 Schülern kalkuliert. Hinzu kommen die Lehrer, die „mit gutem Beispiel vorangehen“, lobte Lafer. Für ihn ein ganz wichtiger Punkt: „Sie alle müssen den Kindern vorleben, wie wichtig gesunde Ernährung ist“, wandte sich Lafer an die Pädagogen im Saal.

Das ist ein Mosaikstein. Dass Ernährungsbildung ein eigenes Schulfach wird, schließt Ministerin Ahnen aber aus. „Schule so gestalten, dass ständig neue Fächer oben draufkommen, ist der falsche Weg“, sagt sie, „das kann nur über Projekte gehen, in denen sich Lehrer fachübergreifend zusammentun.“

Lafer gesteht auch: „Der Arbeitsaufwand ist enorm. Und ganz ehrlich, wir haben ihn unterschätzt.“ 32 Mitarbeiter stark ist sein Team in der Röka-Mensa. Dennoch: Eine Frühlingsrolle beispielsweise für mehr als 400 Kinder zuzubereiten, dazu noch pro Tag zwei weitere Gerichte – „das macht man nicht nebenbei“, erzählt Lafer und ergänzt: „Ich bin froh, dass uns mittlerweile 20 Eltern regelmäßig unterstützen.“

Auch Tina Gareis, Schulökotrophologin am Röka, konstatiert: „Die Begeisterung ist groß.“ Vor allem die integrierte Lehrküche sei ständig im Einsatz. Was Lafer aber beschäftigt, ist die Tatsache, dass immer auch Kinder dabei sind, die kein Geld für ein tägliches Mittagessen haben – obwohl kein Gericht teurer als 3 Euro ist und es dazu viele Fördermöglichkeiten gibt, bis hin zu einem Betrag von nur 1 Euro pro Essen.

Von unserem Redakteur Stephan Brust

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