
Die Umweltorganisation Greenpeace hält wenig von dem Appell. „Die Ministerin verkennt, dass es sich nicht um einzelne schwarze Schafe handelt, sondern um ein krankes System“, sagte Landwirtschaftsexpertin Stephanie Töwe. Wer systemrelevant sein wolle, könne nicht auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt Billigfleisch herstellen. Die gesamte Produktion müsse sich ändern.
Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zweifelt, dass es sich um Einzelfälle handelt. „Es ist davon auszugehen, dass wir es hier nicht mit einzelnen Vorkommnissen zu tun haben, da die Arbeits- und Lebensbedingungen in der gesamten Fleischwirtschaft vergleichbar sind.“ In den vergangenen Tagen waren in mehreren Betrieben in Deutschland Corona-Infektionen bekannt geworden.

Klöckner sagte: „Ich erwarte von allen Beteiligten, dass sie sich ihrer Verantwortung gerade auch in der Krise bewusst sind. Um die Versorgung sicherzustellen, müssen wir den Betrieb unserer systemrelevanten Ernährungswirtschaft aufrechterhalten. Das darf aber nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen.“ Die Branche müsse Konzepte entwickeln, wie der Betrieb unter strengen Auflagen weiter gehen könne.