Berlin/Rheinland-Pfalz
Immer für den Chef erreichbar? Gewerkschafter fordert Offline-Zeit
Handy aus in der «stillen Stunde»
Kein Telefon, kein Handy, keine E-Mails: Eine «stille Stunde» im Job schafft Raum für konzentriertes Arbeiten. Foto: Arne Dedert
DPA

Berlin/Rheinland-Pfalz. Der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel will SMS und E-Mails vom Chef nach Feierabend unterbinden – per Vorschrift. „Die Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sind“, sagte Wetzel.

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„Die neue Koalition muss hier strenge Regeln gegen Stress im Job und zu Hause vereinbaren“, forderte er.

Kritik kommt von Unternehmerseite: Der rheinland-pfälzische Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), Werner Simon, hält eine gesetzliche Regelung für überflüssig. „Kein Arbeitnehmer ist gezwungen, abends auf dem Sofa seine E-Mails zu checken und für den Chef erreichbar zu sein“, sagt er. „Es ist gelebte Praxis in den Unternehmen, die Freizeit der Mitarbeiter zu respektieren.“

Simon fragt sich außerdem, wie ernst es die IG Metall mit einem kategorischen Kommunikationsverbot nach Dienstschluss meint: „Soll das etwa heißen, dass in der letzten Nacht der Koalitionsverhandlungen die Führungskräfte der IG Metall nicht miteinander kommuniziert haben? Dies gilt umso mehr für Tarifverhandlungen, die nach unseren bisherigen Erfahrungen mit der IG Metall eine ungezügelte Kommunikation erzeugen – auch nachts.“

Dem Arbeitgeberverband BDA zufolge haben die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht: „Engagement und Leistungsbereitschaft sollten nicht zwangsweise eingeschränkt werden.“

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