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    Sonne ist derzeit hyperaktiv – erneut Polarlichter möglich?

    Auf der Sonne brodelt es. Wissenschaftler haben zuletzt mehrfach starke Eruptionen und Sonnenstürme gemessen. Auf die Erde hatte das bislang wenig Einfluss.

    Wegen einer Sonneneruption hat sich die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS vor möglichen Strahlungsschäden in Sicherheit gebracht. (Siehe <a href="https://www.rhein-zeitung.de/nachrichten/wissenschaft_artikel,-issbesatzung-geht-vor-erhoehter-sonnenaktivitaet-in-deckung-_arid,1702100.html">Bericht</a>)  Fotomontage aus Bildern der NASA: jo
    Wegen einer Sonneneruption hat sich die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS vor möglichen Strahlungsschäden in Sicherheit gebracht. (Siehe Bericht) Fotomontage aus Bildern der NASA: jo

    Die Sonne ist derzeit so aktiv wie lange nicht mehr. Nachdem die US-amerikanische Raumfahrtagentur Nasa erst vor wenigen Tagen die stärkste Sonneneruption (Flare) seit zwölf Jahren registriert hatte, brodelt es auf der Sonne munter weiter. Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge gab es erneut ein Sonnensturm. "Es gab am Sonntag noch einen stärkeren Flare, der auch einen koronalen Massenauswurf verursacht hat", sagte Jens Berdermann vom DLR Neustrelitz am Dienstag.

    Die bei den Eruptionen ausgeworfenen geladenen Teilchen können, wenn sie direkt auf die Erdatmosphäre treffen, als Polarlichter wahrgenommen werden. "Aber derzeit sieht es nicht danach aus – zumindest nicht in unseren Breiten. Denn hier ist bislang kein stärkerer Sonnenwind angekommen", sagte der Leiter der DLR-Gruppe Ionosphärische Effekte und Korrekturen.

    Die geladenen Teilchen bewegen sich unter normalen Bedingungen mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zu. Bei einem sehr starken koronalen Massenauswurf sind auch zwischen 2000 und 3000 Kilometer pro Sekunde möglich. Wenn ein solcher Sonnensturm die Erde direkt trifft, können Kommunikations- und Navigationsgeräte gestört oder sogar beschädigt werden. Im schlimmsten Fall können durch die geladenen Teilchen vorher bereits Satelliten im All beschädigt werden.

    Berdermann zufolge ist ein Sonnenzyklus etwa elf Jahre lang. In dieser Zeit wird Nord- und Südpol des Sonnenmagnetfeldes getauscht. Dabei nimmt die Aktivität der Sonne zunächst zu und schließlich wieder ab. Derzeit nehme sie gerade wieder ab. "Es ist eigentlich erstaunlich, dass sie gerade so aktiv ist."

    Der bislang extremste dokumentierte Sonnensturm hatte die Erde im Jahr 1859 getroffen – das sogenannte Carrington-Ereignis. "Damals gab es noch nicht viel technische Infrastruktur. Heute wäre ein solcher Sturm sehr kritisch. Er könnte uns technisch sehr zurückwerfen", so Berdermann. dpa

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