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Benedikt und Franziskus: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Der deutsche Theologe im Gegensatz zum argentinischen Menschenfischer. Ex-Papst Benedikt und sein Nachfolger Franziskus unterscheiden sich in vieler Hinsicht. Gemeinsamkeiten muss man eher mit der Lupe suchen.

„Treffen sich zwei Päpste“: Was früher ein beliebter Witz im Priesterseminar war, ist seit Benedikts Rücktritt Wirklichkeit geworden.
„Treffen sich zwei Päpste“: Was früher ein beliebter Witz im Priesterseminar war, ist seit Benedikts Rücktritt Wirklichkeit geworden.
Foto: picture alliance

Unterschiede

Persönliches Auftreten: Der eine trug rote Papstschuhe, der andere mag schwarze orthopädische Modelle. Der eine wohnte im Apostolischen Palast, der andere wählt das schlichte Gästehaus Santa Marta im Vatikan. Der eine scheute den Kontakt zum Volk, der andere badet liebend gern in der Menge. Hier der intellektuelle Papst Benedikt, dort der Pop-Papst Franziskus.

Sprache: Während Benedikts Reden und Predigten oft nur für Theologen zu verstehen waren, liebt Franziskus einfache Sprache und bildliche Vergleiche. Oft weicht er auch vom Manuskript ab – und sorgt nicht selten für Lacher oder für Verwirrung. Zum Beispiel, als er meinte, Katholiken sollten sich nicht „wie Karnickel“ vermehren.

Praxis versus Theorie: Franziskus räumt der Dogmatik und dem Kirchenrecht keinen so großen Stellenwert ein wie Benedikt. Er regt Debatten über einstige Tabuthemen an, zum Beispiel über die Zukunft des Zölibats, über die Rolle der Frau in der Kirche und über Sexualität. Ihm geht es darum, auf den jeweiligen Einzelfall zu schauen statt auf Prinzipien, Dogmen und Moralvorgaben. Ihm geht es mehr um die Praxis als um die Theorie.

Gemeinsamkeiten

Kampf gegen Missbrauch: Während Benedikts Pontifikat kam der Missbrauchsskandal ans Licht. Benedikt verkündete eine Null-Toleranz-Politik, traf Missbrauchsopfer und kämpfte gegen Vertuschung in der Kirche. Auch Franziskus setzt diesen Kurs fort. Allerdings geht es immer noch nicht so rasch vorwärts, wie die Päpste versprochen haben.

Ausmisten bei Vatikanfinanzen: Dass die Vatikanbank ein undurchsichtiges Geflecht war und dubiose Gestalten dort ihr Geld angelegt hatten, kam unter Benedikt ans Licht. Das große Aufräumen sollte beginnen, und Franziskus fährt damit fort. Aber immer wieder erschüttern Finanzskandale den Kirchenstaat.

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