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Kommentar: Ohne Netz – dafür mit doppeltem Boden

Überall Höchstleistungen: Mehr Flugzeuge auf den Luftwegen halten, mehr Lkws auf den Straße, mehr Güterzüge auf den Gleisen und bald: selbstfahrende Autos sicher durch die Stadt dirigieren. Optimierter Energieverbrauch, intelligente Verteilung von Strom, perfekte Logistik für möglichst automatisch arbeitenden Fabriken. All das funktioniert nur mit viel Rechenleistung und allseitiger Vernetzung. Die ist ständiger Gefahr durch Angriffe aus dem Netz ausgesetzt.

Jochen Magnus kommentiert.
Jochen Magnus kommentiert.

Anders als früher, als sich Menschen über Telefon und Fax verständigten und Maschinen untereinander mit speziellen Schaltungen verbunden waren, ist diese Technik heute standardisiert: Oft werden PC mit gewöhnlichem Betriebssystem und nahezu immer Internettechnik verwendet. Auch die Angriffsmöglichkeiten sind damit standardisiert: Selbst wenn die öffentlich zugänglichen Netze von denen für die Produktion getrennt sind, finden Hacker oft Wege, sich Tunnel zu bohren; so geschehen beim Hackerangriff auf die ukrainische Stromversorgung. Es bedarf einer konsequenten Trennung der Netze und militärischer Disziplin, diese auch zu bewahren.

In kleineren Gewerben und im Privaten ist an solche Aufwände nicht zu denken. Meist liegt auch der Sinne der Vernetzung gerade darin, aus dem öffentlichen Internet auf private Komponenten zugreifen zu können: Wo parkt mein Auto, wieviel Strom oder Benzin hat es noch? Schon mal die Heizung zu Hause hochdrehen, weil ich früher zurückkomme. Im Wohnzimmer mit Sprachbefehl via „Lauschsprecher“ das Licht dimmen – solche Funktionen laufen über das Internet und damit sind angreifbar. Diese Angriffe können verblüffend einfach sein, man denke an Anrufe angeblicher Polizisten oder Technikspezialisten, um Geheimnisse, vielleicht Passworte, zu erfahren. Oder an gefälschte E-Mails, die auf gefährliche Links locken. Den meisten Anwendern ist nicht einmal die Tatsache bewusst, dass sich ein E-Mail-Absender ebenso leicht fälschen lässt, wie der Absender auf einem Briefcouvert. Das Vertrauen in die Internettechnik ist naiv.

Die bittere Wahrheit: Ein neuer Computer kann innerhalb von fünf Minuten mit Schadsoftware infiziert werden, wenn er ungeschützt am Internet hängt. Am besten überlegt man sich also, ob man „SmartHome“-Funktionen wirklich braucht und das Auto auch noch ans Netz hängt. Die Profis planen schon für Notzeiten ohne Internet. Auch im Privaten sollte man das nicht vergessen.

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