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Berlin

Gut angebunden: An diesem Sonntag ist Weltkrawattentag

Für manche ist es ein modisches Accessoire, für andere ein lästiges Anhängsel – die Krawatte. Die Idee, sich ein Stück Stoff kunstvoll um den Hals zu binden, ist mehr als zwei Jahrtausende alt. An diesem Sonntag ist Welttag der Krawatte. Ein Blick in die Geschichte des eleganten Binders:

Knifflig: Wer den Windsor binden will, braucht volle Konzentration. Modisch reicht aber auch ein einfacher Knoten.
Knifflig: Wer den Windsor binden will, braucht volle Konzentration. Modisch reicht aber auch ein einfacher Knoten.
Foto: dpa

Halstuch-Pioniere

Schon chinesische Soldaten im dritten Jahrhundert vor Christus trugen eine Art Schlips. Auch römische Soldaten schützten mit einem Tuch ihren Hals: nicht nur vor der Kälte, sondern auch vor den scharfen Kanten ihrer Rüstungen. Diese Mode ging jedoch im Mittelalter verloren. Nur in einem Land nicht: Kroatien.

Der deutsche Ausdruck Krawatte stammt deshalb vom französischen Wort Cravate ab, einem alten Ausdruck für Kroate. Während des Dreißigjährigen Krieges trugen kroatische Reiterverbände Halstücher. Ihre französischen Kameraden übernahmen diese Mode und benannten das Kleidungsstück nach den Kroaten.

Der französische König Ludwig XIV. erhöhte dann mit seiner Vorliebe für Halstücher ihre Popularität. In seinem Hofstaat diente ein Cravatier, der ihm allmorgendlich einen Korb voll Langbinder zur Auswahl anbot. Die Krawatte in ihrer modernen Form wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt. Zu den meistverwendeten Stoffen gehören Seide, Polyester, Baumwolle und Merinowolle.

Ohne Bindungsangst

Zwei Physiker an der Universität Cambridge haben es errechnet: Auf ganze 85 Arten kann man seinen Schlips binden. Wirklich modisch sind ihnen zufolge aber nur sehr wenige.

Auch wenn der vermutlich berühmteste unter ihnen, der Windsorknoten, so klingt, als käme er aus dem englischen Königshaus: Er wurde in den USA erfunden. Benannt ist er aber nach dem englischen König Edward VIII., der sich nach seiner Abdankung 1936 Herzog von Windsor nannte. Er war für seine Krawattenbindekunst berühmt.

Für manche ist es ein modisches Accessoire, für andere ein lästiges Anhängsel – die Krawatte. Die Idee, sich ein Stück Stoff kunstvoll um den Hals zu binden, ist mehr als zwei Jahrtausende alt.
Für manche ist es ein modisches Accessoire, für andere ein lästiges Anhängsel – die Krawatte. Die Idee, sich ein Stück Stoff kunstvoll um den Hals zu binden, ist mehr als zwei Jahrtausende alt.
Foto: Fotolia

Der Zwangsbinder

In einigen offiziellen Ämtern geht nichts ohne Seidenbinder. Polizisten sollen, sofern es das Wetter erlaubt, zum Diensthemd eine Krawatte tragen. Einen "weißen Langbinder" verlangt von Rechts wegen das Land Baden-Württemberg für Richter und Anwälte. Im Bundestag herrschte bis 2014 für die Schriftführer der Fraktionen Krawattenzwang.

Zwei Politikern der Grünen und der Linken wurde die Vorschrift zum Verhängnis: Sie weigerten sich, einen Schlips anzuziehen, und wurden daraufhin von der Liste gestrichen.

Von Jan Ludwig

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