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    Rheinland-Pfalz

    Studenten nehmen immer häufiger Psychopharmaka

    Alarmierende Nachricht von den Hochschulen: Angesichts gestiegener Anforderungen und straffer Studienabschlüsse liegen die Nerven bei einer steigenden Zahl von Akademikern häufiger blank.

    Umfrage
    MRZ-Umfrage: Haben Sie schon mal Psychopharmaka genommen?

    Bei einer steigenden Zahl von Akademikern liegen die Nerven offenbar blank. Ärzte verschreiben ihnen immer häufiger Psychopharmaka. Haben Sie auch schon einmal welche genommen?

    Noch nie.
    56%
    Ab und an schon.
    33%
    Ja, regelmäßig.
    11%
    Stimmen gesamt: 9

    Rheinland-Pfalz - Alarmierende Nachricht von den rheinland-pfälzischen Hochschulen: Angesichts gestiegener Anforderungen und straffer Studienabschlüsse liegen die Nerven bei einer steigenden Zahl von Akademikern offenbar immer häufiger blank. Laut Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) verschreiben Ärzte Studenten immer häufiger Psychopharmaka, darunter vor allem Antidepressiva.

    Allein zwischen 2006 und 2010 stieg die Zahl der an Studenten verschriebenen Medikamente zur Behandlung des Nervensystems bundesweit um 54 Prozent. In Rheinland-Pfalz wuchs dieses Volumen sogar um 78 Prozent. Statistisch gesehen, erhielt jeder Student im Land insgesamt für 16 Tage im Jahr solche Pillen - bundesweit sind es im Schnitt nur 13,5 Tage. Nichtakademiker in derselben Altersgruppe von 20 bis 34 Jahren bekamen in Rheinland-Pfalz nur 10,4 Tagesdosen - bundesweit sind es knapp 10.

    Besonders erschreckend ist aus Sicht von Experten, dass immer mehr Studenten mittlerweile regelmäßig zu Antidepressiva greifen. Gut 5 Prozent der Studentinnen und knapp 3 Prozent der Studenten erhalten Antidepressiva. Zwischen 2006 und 2010 stieg der Anteil der Studenten, die solche Pillen einnehmen, bundesweit um mehr als 40 Prozent. In Rheinland-Pfalz erhielten sogar 63 Prozent mehr Studenten solche Präparate.

    In einem Hörsaal mit 400 Plätzen, der von beiden Geschlechtern gleichermaßen besucht wird, bekommen also 16 Hochschüler regelmäßig solche Pillen, 44 Prozent mehr als 2006: "Steigen die Antidepressiva-Verordnungen in diesem Maße weiter, bekommen spätestens im Jahr 2046 alle Vorlesungsteilnehmer ein Antidepressiva-Rezept", sagt TK-Bundeschef Norbert Klusen. Frauen sind hierbei weitaus häufiger betroffen als Männer. Fast 6 Prozent der Studentinnen im Land waren schon einmal bei einem Psychotherapeuten, bei allen Studenten liegt die Quote bei nur knapp 4 Prozent. Und bei mehr als 6 Prozent der Studenten wurden laut TK bereits Depressionen diagnostiziert.

    "Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse sollten wir uns nicht nur Gedanken machen, warum das Studium so vielen jungen Menschen offenbar an die Nerven geht", resümiert TK-Landeschefin Anneliese Bodemar, "sondern auch darüber, wo die Grenze grundsätzlich zwischen gesund und krank gezogen wird." Oft würden psychische Erkrankungen vorschnell diagnostiziert.

    Nach Ansicht von TK-Diplompsychologe Heiko Schulz hat der Karrieredruck für Studenten enorm zugenommen. Das Studium müsse mittlerweile innerhalb von sechs Semestern beendet werden. "Wünschenswert sind dazu noch Praktikum, Auslandserfahrung und ehrenamtliches Engagement."

    Schulz forderte von der Politik, die Hochschulreformen zu überdenken. Außerdem müssten die Hochschulen die Studenten durch zusätzliche Angebote wie Tutoren-Programme unterstützen. Zudem sollten Studenten von den Kassen angebotene Stressbewältigungstrainings wahrnehmen. Christian Kunst

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