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Mainz

Nur wenige Elektroautos, aber Tankstellennetz wird jetzt dichter

Der Elektro-Automarkt boomt, und das Tankstellennetz im Rhein-Main-Gebiet wird täglich dichter, die E-Tanksäulenhersteller haben lange Lieferzeiten. Das war die Botschaft gestern bei der Eröffnung der ersten "Jedermann-Stromtankstelle" in Hechtsheim.

Michael Braun greift zum Zapfhahn und lädt einen Elektro-Sportflitzer. Der Ries-Geschäftsführer hofft auf zahlreiche Kunden in Hechtsheim.
Michael Braun greift zum Zapfhahn und lädt einen Elektro-Sportflitzer. Der Ries-Geschäftsführer hofft auf zahlreiche Kunden in Hechtsheim.
Foto: Bernd Eßling

Mainz – Der Elektro-Automarkt boomt, und das Tankstellennetz im Rhein-Main-Gebiet wird täglich dichter, die E-Tanksäulenhersteller haben lange Lieferzeiten. Das war die Botschaft gestern bei der Eröffnung der ersten "Jedermann-Stromtankstelle" in Hechtsheim. In Mainz halten sich die Zulassungszahlen Elektroautos zwar im Rahmen (etwa drei Dutzend, davon fünf Motorroller), doch die Branche verbreitet Aufbruchstimmung.

"Selbermachen statt abwarten!" Nach diesem Motto eröffnete Elektro Ries in der Galileo-Galilei-Straße seine Tankstelle mit zwei Steckerplätzen. Und das, obwohl außer dem firmeneigenen Opel Ampera kein Stammkunde in Sicht ist. Geschäftsführer Matthias Schellin sieht sich mit seiner Firma (70 Mitarbeiter) als Pionier, will Nachbarn motivieren, ebenfalls ein E-Mobil anzuschaffen. Die könnten tagsüber während der Arbeitszeit bei Ries laden.

Weil seine Firma sicher bessere Konditionen beim Strompreis erhalte als Privatleute, könnte sich das für sie finanziell lohnen. Wenn’s einschlägt, werden noch zwei Ladesäulen errichtet, kündigt Schellin an. Das wären für 10 000 Euro sechs Ladeplätze für E-Autos (Durchschnittsladezeit: 4,5 Stunden) und sechs für E-Bikes und Roller. Die Abrechnung mit Dauerkunden, die mit einem Schlüssel aufs Werksgelände gelangen, soll über Transponder oder Handy erfolgen. Vielleicht werden noch Solarzellen auf dem Firmenrasen installiert, um überwiegend Ökostrom einspeisen zu können.

Schellin bedauert, dass Ökostrom zu fairen Preisen an der Bereitwilligkeit der regionalen Stromlieferanten scheitert. Nur wer viel verbrauche bekomme auch gute Konditionen.

Schellin: "Ein E-Fahrzeug wird künftig seinen Hauptladezyklus an Sonne und Wind orientieren. Es wird als Stromspeicher oder gar Stromquelle arbeiten und mit einer intelligenten Gebäudetechnik vernetzt sein." Wenn Wind und Sonne zur Verfügung stehen, werden E-Autos geladen. Smart Meter, intelligente Messgeräte, sollen die Kommunikation zwischen Zähler und Versorger herstellen.

Die zahlreichen Gäste, die die Eröffnung mit Sekt und Schnittchen begleiteten, sehen die Hechtsheimer E-Tanke als Signal. "Positiv für Mainz", meint Dr. Sabine Gresch, die das Projekt Ökoprofit Mainz koordiniert. Dort gab's für Elektro-Ries bei einem Workshop die Initialzündung. Erst war es eine belächelte Idee, ein E-Mobil zu besitzen, sagt Geschäftsführer Michael Braun. Man schaffte einen Hybrid-Toyota an, dann den 42 000-Euro-Ampera und nun die E-Tanksäule.

Von unserem Redakteur Armin Seibert

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