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Mainz

Mainzer Experten testen Therapie gegen Internetsucht

Internetsucht nimmt zu. Aber es gibt nur wenig Therapieansätze. Das soll sich ändern: In einer weltweit ersten qualitativ hochwertigen Studie testen Mainzer Wissenschaftler eine spezielle Verhaltenstherapie gegen den unkontrollierbaren Drang zur Computernutzung.

Im Gegensatz etwa zur Behandlung von Drogenabhängigkeit geht es bei Internetsucht nicht um einen  dauerhaften Entzug des Computers, sondern um einen neuen und  kontrollierten Umgang mit dem Medium.
Im Gegensatz etwa zur Behandlung von Drogenabhängigkeit geht es bei Internetsucht nicht um einen dauerhaften Entzug des Computers, sondern um einen neuen und kontrollierten Umgang mit dem Medium.
Foto: picture-alliance/ dpa

Mainz – Internetsucht nimmt zu. Aber es gibt nur wenig Therapieansätze. Das soll sich ändern: In einer weltweit ersten qualitativ hochwertigen Studie testen Mainzer Wissenschaftler eine spezielle Verhaltenstherapie gegen den unkontrollierbaren Drang zur Computernutzung. STICA heißt das Projekt ("Short-term Treatment of Internet- and Computer game Addiction"), das in der Mainzer Ambulanz für Spielsucht der Universitätsmedizin und drei kooperierenden Behandlungszentren in Mannheim, Tübingen und Wien durchgeführt wird. Und das bei erfolgreichem Abschluss Therapeuten in der ganzen Welt Hilfestellung zur Behandlung der noch jungen Suchtform gibt.

Das Ziel ist dabei klar: Im Gegensatz etwa zur Behandlung von Drogensucht geht es nicht um einen dauerhaften Entzug des Computers, sondern um einen neuen und kontrollierten Umgang mit einem Medium, das aus der Gesellschaft heute nicht mehr wegzudenken ist.

Studie mit 50 Süchtigen aus Mainz

An knapp 200 Internetsüchtigen (rund 50 davon in Mainz) wird die Wirksamkeit des Therapieangebot getestet, die endgültige Auswertung soll 2014 vorliegen: Gesucht werden jetzt noch betroffene Männer zwischen 17 und 45 Jahren, die Computerspiele oder Internetkonsum exzessiv und unkontrolliert betreiben. Was sie dann in den nächsten vier Monaten in Einzel- und Gruppensitzungen unter Anleitung eines Therapeuten erleben – unter anderem Konfrontation mit der Sucht, Ursachen und Auslöser erkennen, Bewältigungsstrategien üben und einen neuen Umgang mit unangenehmen Gefühlen lernen -, ist aber nicht völlig völlig neu.

Denn seit Gründung der Ambulanz für Spielsucht im Jahr 2008 haben die Mainzer Experten Erfahrungen bei der Behandlung von rund 400 Internetsüchtigen gesammelt. Außerdem wurde das Therapiekonzept bereits in einer Pilotstudie an 42 Patienten getestet – mit Erfolg: Von den 30 Betroffenen, die die Behandlung bis zum Ende mit machten, zeigte am Ende keiner mehr Suchtverhalten. Und alle hatten ihre tägliche PC-Zeit etwa um die Hälfte reduziert

Irmela Heß

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