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    Kinder: Stadt will Armutskarriere knicken

    Die Vernachlässigung und Verwahrlosung von Kindern nimmt immer mehr zu. Diese Erfahrung hat die Leiterin der Goethe-Grundschule in der Neustadt, Gabriele Erlenwein, in ihrer täglichen Praxis gemacht. Zwar wollten die Eltern das Beste für ihre Kinder, doch seien sie mit den Anforderungen schlichtweg überfordert.

    Mainz – Die Vernachlässigung und Verwahrlosung von Kindern nimmt immer mehr zu. Diese Erfahrung hat die Leiterin der Goethe-Grundschule in der Neustadt, Gabriele Erlenwein, in ihrer täglichen Praxis gemacht. Zwar wollten die Eltern das Beste für ihre Kinder, doch seien sie mit den Anforderungen schlichtweg überfordert.

    Zum einen: "Psychische Erkrankungen von Elternteilen sind deutlich angestiegen", macht die Pädagogin auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. Aber auch die Armut in den Familien raubt dem Nachwuchs häufig jede berufliche und gesellschaftliche Perspektive. Weil die nördliche Neustadt in dieser Hinsicht ein Problemviertel ist, treibt die Stadt modellhaft auch für andere Stadtteile den Aufbau einer "kindbezogenen Präventionskette zur Vermeidung von Armutsfolgen" voran. Will heißen: Erzieher, Lehrer, Anbieter von Dienstleistungen und Vertreter von Institutionen und Vereinen bilden ein Netzwerk, um Kindern recht frühzeitig die bestmögliche Förderung zuteil werden zu lassen.

    In der Kita der katholischen Gemeinde Liebfrauen etwa erfolgt ein intensiver Dialog mit den Eltern, der weit über die bloße Beratung in Erziehungsfragen hinausgeht. Eine interkulturelle Fachkraft und ein eben solches Kita-Team, "Elternecke" zum Verweilen und Förderung der Zweisprachigkeit sind einige der Instrumente, deren sich die Einrichtung laut Leiterin Sonja Lubkowski bedient.

    Startbedingungen verbessern

    Mit verschiedenen Projekten versucht auch die Goethe-Grundschule die Startbedingungen für jene Kinder zu verbessern, bei denen Unterstützung not tut – etwa ein Drittel aller Schüler. Sei es, dass die Eltern wichtige Gespräche in der Schule versäumen, die Jungen und Mädchen ohne Frühstück oder Schulmaterialien zum Unterricht erscheinen. Unter anderem werden im Rahmen von "Schulzeit" Kinder der umliegenden Kitas im letzten Jahr für zwei Stunden in der Wochen in der Goetheschule betreut und auf den Übergang vorbereitet.

    Ein Ergebnis der Vernetzung: "Ab Sommer 2012 schließt sich für das Schuljahr 2013/2014 in den genannten Kitas an die Schuleingangsuntersuchung ein Gespräch mit allen Beteiligten an, in dem der Förderbedarf eines Kindes benannt und passende Maßnahmen vereinbart werden", verkündete Sozialdezernent Kurt Merkator. Im Boot ist auch die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mit der Abteilung Gesundheit. Als nächsten Schritt nennt Merkator den Aufbau des "Elternnetzwerks Neustadt", das als "Modellvorhaben Soziale Stadt in Rheinland-Pfalz" gefördert wird. sj

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