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    Mainz

    Hirndoping: Wer weiß was warum?

    Über "Hirndoping" wird viel gesprochen. Aber woher haben die Menschen ihr Wissen über legale und verbotene Substanzen? Und wo bekommen sie sie her? Welche Rolle spielen Ärzte beim Thema, welche die Medien? Warum gelangen bestimmte Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit, andere nicht? Der Wissenstransfer zum "pharmakologischen Neuroenhancement" (Erklärung siehe Textende) steht ab sofort im Mittelpunkt einer neuen interdisziplinären Forschergruppe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

    Wachmacher, Konzentrationssteigerer, Gedächtnisförderer, Stimmungsaufheller: Medikamente, die aufs Gehirn wirken.
    Wachmacher, Konzentrationssteigerer, Gedächtnisförderer, Stimmungsaufheller: Medikamente, die aufs Gehirn wirken.
    Foto: picture-alliance

    In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt "Pharmakologisches Neuroenhancement – Zwischen planbarem Wissenstransfer und nicht intendierten Rückwirkungen" gehen Prof. Klaus Lieb, Dr. Andreas G. Franke (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie), Prof. Dr. Oliver Quiring (Institut für Publizistik) und Dr. Elisabeth Hildt (Philosophisches Seminar) gemeinsam den komplexen Transfer- und Vermittlungsprozessen zwischen Forschern, Ärzten, Journalisten und Bevölkerung auf den Grund.

    Ziel der vier Mainzer Wissenschaftler ist es, den Wissenstransfer erstmals systematisch zu untersuchen und hinsichtlich seiner gesellschaftlichen Auswirkungen zu analysieren. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt.

    Der rasante Fortschritt in den modernen Neurotechnologien eröffnet der Medizin immer neue und weitreichendere Möglichkeiten, um Funktionen des Gehirns zu modulieren und zu verändern. Die Frage, inwieweit Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurden, auch zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit von Gesunden eingesetzt werden können und sollten, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.

    Die sogenannten "pharmakologischen Neuroenhancer" bergen, sowohl was den gesellschaftlichen Bedarf als auch was den ökonomischen Nutzen für die Hersteller angeht, grundsätzlich ein enormes Potential, werfen aber gleichzeitig neue ethische, rechtliche und soziale Fragen auf – auch weil die Wirkungen und Risiken des Konsums dieser Substanzen durch Gesunde zum Teil noch völlig unklar sind.

    Die meisten der eingesetzten Substanzen wie Methylphenidat (Ritalin®), Amphetamine oder Modafinil sind relativ einfach anzuwenden und werden innerhalb bestimmter Zielgruppen offenbar bereits heute genutzt – zum Beispiel von Studierenden in Prüfungssituationen.

    Angesichts der nach wie vor unklaren medizinischen (Neben-) Wirkungen und der gesellschaftlichen und ethischen Implikationen kommt der Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse zu diesem Thema eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu.

    Laut Wikipedia versteht man unter "pharmakologischem Neuro-Enhancement" die "Einnahme von psychoaktiven Substanzen aller Art mit dem Ziel der geistigen Leistungssteigerung. Hirndoping, ein oft synonym verwendeter, jedoch nicht notwendigerweise deckungsgleicher Begriff, bezeichnet die missbräuchliche Einnahme solcher Substanzen, die verschreibungspflichtig oder illegal sind."

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