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Schwabenheim

Ein Zuhause für bedrohte Tierarten

Völlig tiefenentspannt blickt Lama-Junghengst Cloud dem Besucher entgegen, während der Rest seiner plüschigen Sippe neugierig näher kommt und an der Hand schnuppert. Auch die drei zotteligen Poitou-Esel mit ihren Prachtlauschern samt ihrem putzigen Nachwuchs Bruno, die ihr Quartier im Gehege nebenan haben, bleiben locker und begrüßen den Fremden mit einem freundlichen Nasenstüber. Alles Routine, kein Grund zur Aufregung, schließlich sind die rund 100 Tiere hier auf der Nature Life Ranch oberhalb von Schwabenheim den Umgang mit Besuchern gewohnt.

Anke Brotje-Rösch gibt Mohair-Ziege Asslak die Flasche. Auf der Ranch im Außenbereich von Schwabenheim leben rund 100 Tiere. Davon stehen einige auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. 
Fotos: Bernd Eßling
Anke Brotje-Rösch gibt Mohair-Ziege Asslak die Flasche. Auf der Ranch im Außenbereich von Schwabenheim leben rund 100 Tiere. Davon stehen einige auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. Fotos: Bernd Eßling
Foto: Bernd Eßling

Lama- und Eselwanderungen gehören genauso zum Angebot wie Natur-Erlebnisseminare für Kinder mit Lagerfeuer und Übernachtung im Tipi sowie Teambildungstraining mit Pferden für Erwachsene. Zwischen diese Aktivitäten eingestreut veranstalten die Ranch-Betreiber Peter Rösch und seine Frau Anke Brötje-Rösch jährlich ein Sommerfest, einen Adventsmarkt und ein Schafschurfest. Letzteres steht jetzt wieder an, genauer am 13. und 14. April 2013, jeweils ab 10.30 Uhr.

Zum Beispiel das Rotbunte Husumer Sattelschwein: Zwei Stück dieser seltenen Rasse haben in Schwabenzheim ihr Zuhause.
Zum Beispiel das Rotbunte Husumer Sattelschwein: Zwei Stück dieser seltenen Rasse haben in Schwabenzheim ihr Zuhause.
Foto: Bernd Eßling

"Unser Hof ist eine Begegnungsstätte von Jung und Alt, Krank und Gesund, wobei unsere Tiere immer im Mittelpunkt stehen", erläutert Anke Brötje-Rösch beim Rundgang über die Ranch. Bei den Eseln bleibt sie stehen und schwärmt: "Das sind die absoluten Lieblinge der Kinder. Kein Wunder – diese Tiere sind fantastisch und das Schönste, was es gibt. Sie bleiben gelassen, wo andere sich schon einmal wehren. Zum Beispiel, wenn ein Kind zu fest zudrückt beim Umarmen." Besonders bei Kindern mit Handicap sei diese Eigenschaft der grauen Vierbeiner nicht hoch genug einzuschätzen. Dass behinderte Kinder zu Besuch kommen, ist keine Seltenheit und oft für alle ein Höhepunkt, sagt Brötje-Rösch: "Wenn Kinder, die oft monatelang kein Wort gesprochen haben, mit unseren Tieren in Kontakt kommen, kann es passieren, dass sie plötzlich vor Begeisterung zu sprechen beginnen. Nicht viel, aber immerhin. Das ist ein tolles Gefühl für uns und eine Bestätigung unserer Arbeit."

Neben dem Erlebbarmachen von Tier und Natur und der Zucht von Westernpferden hat das Ranchduo Rösch noch ein zweites großes Anliegen: Die Zucht und die Erhaltung bedrohter Haustierrassen. Der Hausherr zeigt auf zwei riesige borstige Schweine und erklärt: "Die Nature Life Ranch ist eine Nutztier-Arche. Auf unseren rund sechs Hektar halten und züchten wir bedrohte Tierrassen.

Dazu gehören auch Geraldine und Frederick, unsere zwei Husumer Rotbunten Sattelschweine." Zur Bestätigung gibt es zwei zufriedene Grunzer vom Borstenvieh und ein lautstarkes Kikeriki vom bunt gefiederten Oberhaupt der Deutschen Reichshühner im benachbarten Hühnerstall.

Auf der Roten Liste stehen ebenso der Meißner Widder, eine alte Kaninchenrasse, das Rhönschaft, eine alte deutsche Schafrasse und die Tauernschecke, eine rare Gebirgsziegenrasse. Hier auf der Ranch tummeln sie sich alle. Insgesamt sind es rund 100 Tiere, die von ihren Eigentümern und zwei Helfern, die täglich beherzt mit anpacken, versorgt werden: Helmut Spettel – "Mädchen für alles", wie er selbst lachend sagt – und Hans Dieter Hanselmann, Rentner und begeisterter Hobby-Kutschfahrer.

Gemeinsam stemmen sie sämtliche Arbeiten am Hof und ziehen auch schon mal Jungtiere mit der Hand groß, die von ihrer Mutter nicht angenommen werden. So wie gerade die beiden Angorazicklein Asslak und Even: Auf dem Arm ihrer Ziehmutter Anke saugen sie gierig an ihrem Milchfläschchen und leeren es im Nu.

Trotz guter Verkäufe von Zuchttieren decken die Einnahme der Ranch nicht die gesamten Kosten ab. Deshalb gehen die Tierfreunde neue Wege, um ihre Schützlinge zu finanzieren: Tierpatenschaft.en "Hier sind wir noch im Aufbau", erklärt Brötje-Rösch, "aber wer möchte, kann für ein bestimmtes Tier eine Patenschaft übernehmen. Sowohl den zeitlichen Umfang als auch den finanziellen kann jeder für sich festlegen, da machen wir keine Vorgaben." Antoinette Malkewitz

Interesse? Infos gibt es unter www.nature-life-ranch.de

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