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    Mainz

    Apians Weltkarte verrät die Motive der Seefahrer

    2011 ist "Wissenschaftsjahr". Dafür greift das Mainzer Gutenberg-Museum tief in die Bücherkiste - und holt so manche Kostbarkeit heraus.

    Peter Apians Weltkarte aus dem Jahr 1520 zeigt viele Details, die für die Seefahrer wichtig waren.
    Peter Apians Weltkarte aus dem Jahr 1520 zeigt viele Details, die für die Seefahrer wichtig waren.
    Foto: Harry Braun

    Mainz - Aus vollen Backen blasen die Windgötter, am linken Rand des Holzschnitts hat neben dem von Amerigo Vespucci entdeckten Kontinent "America" ein Schiff aus der Zeit um 1500 die Segel gesetzt - die Weltkarte von Peter Apian aus dem Jahr 1520 zeigt viele aufschlussreiche Details zu Wissenschaft und Kunst vor einem halben Jahrtausend. Während die wertvolle Grafik aus konservatorischen Gründen normalerweise im dunklen Depot geschützt aufbewahrt wird, ist sie bis Ende Februar für alle Besucher des Gutenberg-Museums im ersten Stock im Rahmen des "Wissenschaftsjahrs 2011" ausgestellt.

    "Wir präsentieren jeden Monat ein ganz besonderes Buch zum Thema ,Wissen’ aus ganz unterschiedlichen Bereichen der letzten 600 Jahre", berichtet Astrid Blome vom Gutenberg-Museum. Sie wird bei ihrer Führung am Donnerstag, 10. Februar, neben der Karte auch zwei frühe Buchdrucke mit Texten von Vespucci und Martin Waldseemüller, die ebenfalls in der Vitrine liegen, vorstellen. Jeden Donnerstag von 12:30 bis 13 Uhr findet die neue Veranstaltungsreihe in der Mittagspause statt, in der unterschiedliche Aspekte der Bücherschätze zur Sprache kommen.

    Hinter den Entdeckungsfahrten des Seefahrers und Kaufmanns Amerigo Vespucci zwischen 1497 und 1504 steckten handfeste wirtschaftliche Interessen, schließlich ging es um die Eroberung neuer Bodenschätze und Seewege. Wirtschaft und Wissenschaft hingen eng zusammen, jede Fahrt brachte neue Erkenntnisse. So enthält der Bericht "Mundus Novus" (Neue Welt) von Vespucci eine Sensation: Amerika ist ein ganzer Kontinent. Entsprechend groß war die Neugierde und Nachfrage - bis 1510 erschienen 38 Auflagen, darunter 13 auf Deutsch. Die exotischen Beschreibungen von fremdartiger Landschaft und unbekannten Völkern trugen sicherlich dazu bei. "Wir haben von den Büchern meistens nur ein Exemplar, weil beim Sammeln die besonders gut erhaltenen Stücke bevorzugt wurden", erzählt Buchrestauratorin Annette Lang-Edwards, die im März die Besonderheiten der Schedelsche Weltchronik bei den Mittagsführungen erklären wird.

    Neben der Karte und dem Vespucci-Bericht, der in Augsburg 1504 gedruckt wurde, komplettiert ein drittes Buch die Mini-Ausstellung: Martin Waldseemüllers neue Weltkarte von 1510. Dem Kartograf ist die Benennung Amerikas nach dem Vornamen des Entdeckers Vespucci zu verdanken - und die herzförmige Aufteilung des Globus als Weltkarte, wie sie später Apian übernommen hat. Auch wer kein Latein beherrscht, erkennt dort die Jahreszahl der Entstehung: 1520 ist als "MDXX" auf der Karte gut sichtbar. Und für Liebhaber der Seefahrt sind nicht nur Begriffe wie "Oriens" und "Occidens" an den seitlichen Rändern interessant, sondern auch die zentrale Darstellung eines kreisförmigen Geräts, das aus lauter Ringen zu bestehen scheint: ohne Armillarsphäre, mit deren Hilfe sich die Sternenbahnen berechnen lassen, wäre Vespuccis Reise nach Amerika vielleicht anders verlaufen. Caroline Eva Gerner

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