Ziel des landwirtschaftlichen Naturschutzvereins ist es, die Arten- und Biotopvielfalt im Westerwald durch die Umsetzung eines modernen, nachhaltigen Flächenmanagements im Sinne von „Naturschutz durch Nutzung“ zu unterstützen.
Neun Westerwälder Landwirte beschlossen als Gründungsmitglieder die Gründung dieses Naturschutzvereins, der satzungsgemäß die Planung, Umsetzung und Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung von Flora und Fauna sowie Entwicklung und Unterhaltung von regional- und landschaftstypischen Lebensräumen verfolgt. Darüber haben sich die im Verein organisierten Landwirte die Aufwertung und Vernetzung bestehender Biotope sowie die Neuschaffung und den Erhalt von Nahrungs- und Lebensraumhabitaten zum Ziel gesetzt.
Jörn Milnikel ist Vorsitzender des Vereins
Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Jörn Milnikel, Landwirt aus Emmerichenhain, gewählt, der über umfangreiche Erfahrung im landwirtschaftlichen Naturschutz durch die langjährige Teilnahme an Agrarumweltprogrammen verfügt. Milnikel ist zudem Teil des von der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführten europäischen Innovationsprojekt „Antago Senecio“ zur Eindämmung des giftigen Jakobskreuzkrauts (wir berichteten mehrfach). Zu seinem Stellvertreter wurde Martin Jung aus Neunkhausen gewählt, der ebenfalls seit vielen Jahren im landwirtschaftlichen Naturschutz aktiv ist.
Die Gründung des Vereins erfolgte im Rahmen des Projekts Modellhafte Erprobung von Naturschutzkooperativen (Monako), welches für drei Jahre von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und in Rheinland-Pfalz außerdem von dem Landwirtschaftsministerium gefördert wird. Das vom Deutschen Bauernverband geleitete Projekt werde neben Rheinland-Pfalz noch in drei weiteren Bundesländern durchgeführt und vom Thünen-Institut wissenschaftlich begleitet, wie der Bauern- und Winzerverband, Bezirksgeschäftsstelle Hachenburg, in seiner Pressemeldung weiter mitteilt.
Neben der Verwirklichung der Vereinszwecke durch die Koordinierung und Teilnahme an Aukm-Programmen des Landes Rheinland-Pfalz – Aukm steht für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen – kann der Verein zusätzlich auch Maßnahmen Dritter zur Umsetzung von Kompensationsverpflichtungen der Kommunen oder anderer Eingreifer in Natur und Landschaft durchführen, planen und vermitteln. Dabei kommen insbesondere sogenannte produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen in den Einsatz, die auch in der Landwirtschaft hohe Akzeptanz erfahren.
Verbindung stößt auf große Akzeptanz
„Dahinter steht die Idee, dass insbesondere die Verbindung von Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung bei den Landwirten auf große Akzeptanz stößt und Naturschutzmaßnahmen gerade dann dauerhaft Bestand haben, wenn sie auch ökonomisch tragfähig sind“, fasst Jörn Milnikel die Grundidee des Vereins zusammen. Zum Satzungszweck zählen laut Milnikel auch Maßnahmen der Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, die die sinnvolle Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz in die Öffentlichkeit tragen.
Fachliche Beratung erfährt der Verein durch die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz, die 2006 von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd und dem Gemeinde- und Städtebund (Gstb) Rheinland-Pfalz gegründet wurde. Ziel dieser Stiftung ist, die durch Siedlung und Verkehr verursachten Veränderungen in der typischen Kulturlandschaft in einer Art zu kompensieren, die sowohl den Interessen der Landwirtschaft wie auch denen des Naturschutzes und des Landschaftsbildes Rechnung trägt. red
Der Verein ist seit seiner Gründung auf knapp 20 Mitglieder angewachsen. Landwirte, die Interesse an einer Mitgliedschaft haben, melden sich per E-Mail an kim.ehringhausen@kula-rlp.de oder unter Telefon 0178/309 23 53.