
Das Leitmotiv der jungen Kreisvereinigung lautet „Ein Westerwald für alle“. Damit nimmt diese Bezug auf die Erfolge der Landtagswahl 2021, als die Partei erstmals in den Landtag einzog. „Unsere Vision ist klar: Politik mit gesundem Menschenverstand, fernab von ideologischen Dogmen, basierend auf logischen Entscheidungen und im Schulterschluss mit den Menschen im Westerwald. Unser junges und engagiertes Team besteht aus Menschen, die den Wunsch haben, etwas zu bewegen und positive Veränderungen herbeizuführen. Wir setzen auf frische Ideen, Transparenz und Bürgernähe, um eine lebendige Demokratie zu fördern“, erklärt Sascha Kraft, bislang bei der FWG Hachenburg aktiv und gleichzeitig stellvertretender Bezirksvorsitzender der Partei Freie Wähler.
Diesen Weg möchte er, wie es in der Pressemitteilung heißt, auch bei der kommenden Kommunalwahl mit den Freunden der FWG Westerwald bestreiten. Doch vor solchen Überlegungen stehe in den kommenden Wochen der organisatorische Aufbau der neuen Kreispartei.
Bei der Gründungsversammlung wurde Sascha Kraft zum Vorsitzenden gewählt. Marcel Schäfer und Angela Adomeit sind seine Stellvertreter. Den Vorstand komplettieren Michelle Stahlhofen als Schatzmeisterin und Christian Konopka als Schriftführer. Auch Marcel Schäfer aus Hattert freut sich auf die Arbeit im Kreisverband: „In den Vorgesprächen haben wir es uns zum Ziel gesetzt, ein Vorstandsteam zu bilden, das verschiedene persönliche Hintergründe mitbringt und damit auch einen breiten Blick bei der politischen Arbeit ermöglicht. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Westerwald für alle Menschen ein lebenswerter Ort ist, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund.“
Der Wunsch, auf allen Ebenen der Politik die Themen mitzugestalten
Mit der Adaption des Leitspruchs werde klar, dass es sich bei der neuen Kreisvereinigung um eine Untergliederung der Landespartei handele. Das sei dem Gründungsteam wichtig. Man wolle die Entscheidungen der anderen Ebenen nicht unkommentiert stehen lassen.
Dies ist auch für die Bezirksvorsitzende Kathrin Laymann die Erklärung dafür, warum sich gerade auf der Landesebene immer mehr Mitglieder dazu animiert fühlen, sich zu engagieren: „Die landes- und bundespolitischen Entscheidungen beschneiden zunehmend die kommunale Selbstverwaltung. Gerade für uns Freie Wähler ist dies eine schmerzhafte Erfahrung. Denn wir wollen nicht die Orts- und Verbandsgemeinden verwalten, sondern gestalten.“
Die Beschränkung in der kommunalen Haushaltsführung und die Abhängigkeit von Fördergeldern sei nicht das, was die Freien Wähler unter kommunaler Selbstverwaltung verstünden: „Auch über kommunale Wärmestrategien müssen wir bald nicht mehr entscheiden, wenn bereits ein Bundesgesetz über alle regionalen Unterschiede hinweg den Menschen Vorgaben macht“, so Laymann. Es sei der Wunsch, auf allen Ebenen der Politik die Themen mitzugestalten, die die Mitglieder zur Gründung der Kreisvereinigungen bewegt hätten: „Professionelle Strukturen sind notwendig um politische Ziele erfolgreich zu kommunizieren.“
Neuer Vorsitzender fordert Rücktritt Habecks
Dass den Mitgliedern der neuen Kreispartei auch die bundespolitische Entwicklung Sorgen bereitet, wurde an einem Dringlichkeitsantrag deutlich. Einstimmig beschlossen die Mitglieder den vom Vorsitzenden Sascha Kraft gestellten Antrag, der die Bundesgrünen in den Fokus nimmt. Nach Heizungswahnsinn, Vetternwirtschaft und Heizungsdatensammelwut seien sie an einem Punkt angelangt, an dem sie sagen müssten: Es reicht. „Die Bürger dürfen gerade in diesen schwierigen Zeiten eine stabile, zuverlässige und planbare Wirtschaftspolitik erwarten. Der Feldversuch Habeck ist gescheitert. Habeck muss weg!“
Neben solch in der Pressemitteilung geäußerten polemischen Aussagen schreibt das neue Freie-Wähler-Team, dass es sich „durch konstruktive Zusammenarbeit mit Bürgern und Gemeinden den Herausforderungen vor Ort stellen und gemeinsam nach Lösungen suchen“ möchte. red
