Der Drahtesel erfreut sich zunehmender Beliebtheit, doch es gibt auch Redebedarf: Veranstaltung soll Möglichkeiten für Wegenetz ausloten
Fahrrad gewinnt an Bedeutung: Wäller Radler planen für 2022 ersten Fahrradkongress
Vor vier Jahren wurde mit einer Veranstaltung in Montabaur an die Erfindung des Fahrrads vor 200 Jahren erinnert – hier einige Radfahrer, die bei der Aktion mitgewirkt haben. Foto: VCD-Kreisgruppe WW
VCD-Kreisgruppe WW

Immer mehr Wäller holen das Fahrrad aus dem Keller oder bestellen gleich ein schickes neues. Dies ist eine Folge von Corona. Zudem gewinnt das Fahrrad nach den durch den Klimawandel sich drastisch verstärkenden Unwettern und Trockenzeiten auch im Westerwald weiter als das klimafreundliche Verkehrsmittel an Bedeutung. Mit einem ersten „Wäller Fahrradkongress“ möchte der Kreisverband Westerwald des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) diesen Trend weiter in die richtige Richtung verstärken, wie er in einer Pressemitteilung erklärt.

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Das Fahrrad sei auch in der Mittelgebirgsregion Westerwald eindeutig ein Gewinner von Pandemie- und Klimakrise. Dauerhaft könne das allerdings nur Bestand haben, wenn die aktuell noch weitgehend schlechten Bedingungen durch fehlende oder ungeeignete Radwege und viele Lücken im Netz zeitnah verbessert würden.

„Seit Mitte 2020 hat das Fahrrad trotzdem spürbar in der Nutzung als Alltags-Verkehrsmittel zugelegt. Außerdem werden E-Bikes immer beliebter und bringen auch im Westerwald neue Möglichkeiten für Alltagsradler“, heißt es in der Pressemitteilung. „Ziel muss es deshalb weiterhin sein, dass immer mehr Menschen im Westerwald das Fahrrad für ihre alltäglichen Fahrten zur Arbeit, zur Schule und Ausbildung, zum Einkauf oder Arzt sowie in der Freizeit nutzen können. Damit das zwischen Höhr-Grenzhausen und Rennerod und darüber hinaus so weitergeht, braucht es bald mehr sichere und schnelle Radwegeverbindungen.“

Dafür werben wollte ein vom VCD-Kreisverband Westerwald geplanter und weitgehend schon mit vielen Kooperationspartnern vorbereiteter Radwegeaktionstag Ende August 2020. Dieser musste coronabedingt ausfallen. Jetzt will der VCD wieder mit vielen Unterstützenden den ersten „Wäller Fahrradkongress“ ins Leben rufen. Dieser soll zu einer festen Institution in der Region werden und regelmäßig – etwa im Zwei-Jahres-Rhythmus – alles rund ums Radfahren sowie den Bau von Radwegen und weitere notwendige Infrastruktur im Westerwald thematisieren sowie über die aktuellen Entwicklungen und Versäumnisse informieren.

„Wir hoffen, dass wir diese Veranstaltung jeweils in Kooperation mit einer wechselnden Verbandsgemeinde organisieren können“, so die Initiatoren. „Die erste Auflage im kommenden Jahr wird mit und in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen stattfinden. Damit soll anerkannt werden, was dort schon für den Radverkehr geleistet wird. Eine noch zu bildende Projektgruppe zur Unterstützung der Verbandsgemeinde und des VCD wird noch gebildet. Zudem wird ein Mailverteiler aufgebaut, über den alle Beteiligten rundum den Kongress regelmäßig informiert werden.“

„Wer in der Vergangenheit was für den Radverkehr in der Region getan oder eher blockiert hat, ist Schnee von gestern“, sagt der VCD-Kreisvorsitzende Rainer Vogt. „Fakt ist, dass sich aktuell alle demokratischen politischen Kräfte auf kommunaler Ebene und darüber hinaus mit Forderungen pro Radverkehr überbieten. Das wollen wir zusammen nutzen und für den Westerwald das Optimale erreichen.“

Wer dabei sein will, kann sich per E-Mail an uli@kleinkunst-mons-tabor.de bei Projektkoordinator Uli Schmidt melden, über einen Verteiler gibt es dann aktuelle Infos rund um den ersten Wäller Fahrradkongress im kommenden Jahr.

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Westerwälder Zeitung

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