„Das ist einfach toll, das ist was Positives. Wir danken allen Spendern sehr!“, strahlt Elena Meudt. Gerade hat die gehörlose Frau die Zusage von HELFT UNS LEBEN (HUL) überreicht bekommen, dass der Vorstand der Hilfsaktion unserer Zeitung beschlossen hat, sie mit 5600 Euro zu unterstützen. Dieses Budget wird ihr zur Beschaffung einer speziellen Anlage für Gehörlose (FM-Anlage) zur Verfügung gestellt. Mit ihr kann die 34-jährige Meudterin, die alleinerziehende Mutter eines ebenso gehörlosen Mädchens (11) ist, ihren Traum wahr werden lassen und im August eine Ausbildung zur Erzieherin in Limburg beginnen.
„Wir freuen uns riesig“, beteuert auch Meudts Mutter Ellen, die sich Anfang Juli für ihre Tochter hilfesuchend an HELFT UNS LEBEN gewandt hat, weil die Familie selbst die Anschaffung nicht finanzieren könne. Diese spezielle Anlage für Gehörlose eröffnet Elena nicht nur die Möglichkeit, beruflich neu zu starten, sondern wird auch beispielsweise bei Teamsitzungen helfen, dass Elena ihre Kollegen gut verstehen kann.

Als kleines Kind bekam Elena Meudt bereits ein Implantat, dass ihr mit knapp drei Jahren erstmals ermöglichte, Stimmen und Geräusche wahrzunehmen. „Ein halbes Jahr später hat sie fröhlich geplappert“, erzählt ihre Mutter davon, wie Elena nun sprechen lernte. Mit dem Cochlea-Implantat ist es ihr heute möglich, Gespräche zu führen, allerdings muss sie ihrem Gegenüber dabei ins Gesicht schauen, damit sie auch von den Lippen ablesen kann. Telefonate sind daher für sie schwierig, was wohl auch ein Grund dafür war, dass sie nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau keine Anstellung finden konnte.
„Eigentlich wollte ich Sozialassistentin werden“, berichtet Elena. Doch ohne einen Dolmetscher war diese Ausbildung nicht möglich. Umso mehr freut sich die 34-Jährige darauf, nun bald als Erzieherin arbeiten zu können. Dafür hat sie bereits zwei Praktika in Kitas absolviert. „Die Kinder kennen mich, das geht gut. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, frage ich nach, dann sprechen sie deutlicher“, erzählt sie, wie die Kommunikation funktioniert.
„Wir freuen uns riesig.“
Ellen Meudt, die den Antrag an HELFT UNS LEBEN stellte, bei der Übergabe der Zusage
Schwierig ist es für sie, Geräusche zu orten: Sie hört nicht, woher sie kommen. „Ich höre unseren Hund bellen, dann schaue ich, ob er in der Wohnung oder im Garten ist, und kann ihn rufen“, beschreibt sie, wie sie auch mit dieser Situation umzugehen gelernt hat. „Aber in der Schule, da muss ich ja alles verstehen können, was der Lehrer sagt“, blickt sie in ihre Zukunft. Mit der FM-Anlage werde das möglich sein, ist sie sich sicher.
Denn dieses drahtlose Übertragungssystem wird ihr Hörsystem (Implantat) ergänzen. Es ermöglicht, in schwierigen Hörsituationen (beispielsweise auf Distanz) hören zu können. Es besteht aus einem Sender (Mikrofon), den der Lehrer tragen wird, und einem Empfänger, den sie nutzt. Das Cochlea-Implantat übernimmt die Umwandlung von Schallwellen in elektrische Impulse an den Hörnerv.
Hilfe für Kinder und Familien in Notlagen
HELFT UNS LEBEN ist eine Initiative der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben. Als eingetragener Verein ist HELFT UNS LEBEN rechtlich, organisatorisch und finanziell unabhängig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke für Kinder und Familien in Not.


