
Kurz nach 6 Uhr bemerkte ein Mitarbeiter der Bahn bei der routinemäßigen Abfahrtskontrolle des Güterzugs, dass sich am Befüllanschluss eines Waggons mit etwa 20.000 Litern Salzsäure eine kleine Menge einer ätzenden Flüssigkeit gebildet hatte und diese weiter aus dem Anschluss abtropft.
Die alarmierte Feuerwehr rückte mit etwa 90 Einsatzkräften aus dem Rheingau sowie Spezialkräften aus dem gesamten Rheingau-Taunus-Kreis an. Durch die Messergebnisse der Feuerwehr und die geringe Menge der ausgetretenen Flüssigkeit konnte nach kurzer Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeschlossen werden.
Da die Ursache sowie die Gefahr eines größeren Produktaustritts zunächst jedoch unklar waren, standen unter anderem der Gefahrstoffzug des Landkreises und Einsatzkräfte mit speziellen Schutzanzügen bereit. Der Bahnverkehr zwischen Wiesbaden und Rüdesheim sowie die Wallufer Straße zwischen Eltville und Walluf waren dafür gesperrt.
Gemeinsam mit Spezialisten der Werkfeuerwehr InfraServ Höchst untersuchte die Feuerwehr die Austrittsstelle genauer. Hierfür wurde der Befüllanschluss durch zwei Feuerwehrleute mit Chemikalienschutzanzügen teilweise demontiert. Dadurch konnte festgestellt werden, dass keine Undichtigkeit oder Defekt vorlag.
Als Ursache wird daher vermutet, dass beim Befüllen des Tanks mit Salzsäure im Anschluss vor dem Ventil geringste Mengen der Salzsäure zurückgeblieben sind. Da der Zug auch über Nacht dort stand, habe sich Kondenswasser gebildet, welches mit den Salzsäureresten wohl eine saure Verbindung ergab, die dann aus dem Anschluss tropfte.
Nachdem die ausgetretene Flüssigkeit mit Chemikalienbinder aufgenommen und der Anschluss durch die Feuerwehr grob gereinigt wurde, konnte der Einsatz nach drei Stunden beendet werden. Verletzt wurde niemand.
