Dieses Mal waren knapp 30 Teilnehmende rund um die Grillhütte in Filsen unterwegs. Ursula und Manfred Braun nahmen alles Sehens- und Erläuternswerte rechts und links des Wegs unter die Lupe und sorgten für aufschlussreiche Informationen. So wurde der zweistündige Rundgang auch für die Kinder zu einem tollen Naturerlebnis. „Es ist immer wieder faszinierend, wie Familie Braun völlig unscheinbare Dinge ins Bewusstsein der Teilnehmenden rückt und dabei alle einbindet, sodass jeder etwas für sich mit nach Hause nehmen kann“, sagte Mike Weiland nach der Veranstaltung, zu der er auch den Ersten Beigeordneten der Gemeinde Filsen, Dietmar Runkel, und den Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde, Ingmar Blonzen, begrüßte.
Einfach anders: Spannende und abwechslungsreiche Exkursionen mit Ursula und Manfred Braun
Spannend sei auch, dass es beim Naturtag kein festgelegtes „Drehbuch“ gebe, sondern dass sich die Naturinteressierten darauf einließen, individuell an die Natur herangeführt zu werden, heißt es im Bericht der VG-Verwaltung. „Damit werden die Menschen auch dafür sensibilisiert, bei ihren eigenen Wanderungen in der Verbandsgemeinde mehr als bisher ein Auge für die Natur zu haben“, zeigte sich Weiland begeistert. Das sei unter anderem Sinn und Zweck des Naturtags: die Sinne für die Umwelt zu schärfen und sich bewusst zu machen, wie wichtig der Schutz der Schöpfung ist.
Auch dieses Mal hielt die Natur viele Überraschungen bereit. Schon an der Grillhütte Filsen wurde die Blüte der Sternmiere näher untersucht: fünf Kelchblätter, fünf tief gelappte Blütenblätter, etliche Staubblätter mit Blütenstaub und einen Fruchtknoten mit Narbe zeigt der Blütenaufbau. „Wie immer stellten Manfred und Ursula Braun dies nicht über die Köpfe der Teilnehmer hinweg, sondern unter Einbeziehung aller vom Kindergarten- bis zum Rentenalter dar“, heißt es in dem Bericht. „Das macht solche Exkursionen spannend, abwechslungsreich und ‚anders‘.“
Langsam bewegte sich die Gruppe in die strukturreiche Obstbaumlandschaft von Filsen. Stare waren immer wieder am Himmel zu sehen, wohl bei ihrem Fütterungsflug zu den Bruthöhlen im nahen Wald. Unterwegs wurden auffällige Wiesenpflanzen vorgestellt: Wiesen-Bärenklau, Skabiose, Scharfer Hahnenfuß, Margerite oder auch die häufige Zaun-Wicke. Unter einem Totholzstamm wurden die Rote Wegschnecke, massenweise Ameisen und Asseln gefunden, kurz in Gläschen gezeigt und wieder freigelassen. Bei den Kindern stieg das Interesse an dieser Art von Exkursion. In die Nähe einer Nachtigall gekommen, spielte Ursula Braun mittels einer Handy-App deren Gesang ab. Eine gewisse Unruhe war bei der im Gebüsch sehr flinken Nachtigall zu erkennen – ein Reviereindringling halt. Als typischer Bewohner von Streuobstwiesen überflog ein Grünspecht die Gruppe. Der gesanglich auffällige Zilpzalp ließ seinen monotonen Gesang ertönen. Auch er konnte mit der Handystimme kurz animiert werden.
Revierkämpfe hoch oben: Rabenkrähe greift Mäusebussard an
Das Ehepaar Braun ging auf die Samenverbreitung von Bergahorn, Kletten-Labkraut und Brennnessel ein. Acht Grasarten, alles Rispengräser, wurden gesammelt, gezeigt und erläutert. Das Käschern am Wegesrand erbrachte dann massenweise Ameisen, aber auch Wanzen und Schnellkäfer. Wegen der kalten Frühjahrswitterung in diesem Jahr war alles in der Entwicklung noch weit zurück. Einige Aurorafalter flogen über die Wiesen.
Spannend war die zweimalige Beobachtung eines fliegenden Mäusebussards, der heftig von einer Rabenkrähe angegriffen wurde und sich ihrer nur durch geschickte Flugmanöver erwehren konnte. „Vermutlich liegt der Horst im Wald, und die Rabenkrähe hat ihr unterhalb des Waldes liegendes Revier verteidigt“, so Manfred Braun. Wieder an der Grillhütte angekommen, lösten alle Teilnehmer bestens eine bildliche und namentliche Zuordnungsaufgabe einheimischer Tierarten. VG-Bürgermeister Mike Weiland dankte den Exkursionsleitern Manfred und Ursula Braun für ihren Einsatz am Sonntag, der allen Teilnehmern eine spannende Exkursion ermöglicht hatte. red

