Spannende Rennen
Limburg: Besonderer Wettkampf auf der Lahn 
Spannendes Rennen zwischen den Dienstagsdrachen (rechts) und der Dragon Crew Brühl.
Spannendes Rennen zwischen den Dienstagsdrachen (rechts) und der Dragon Crew Brühl.
Volker Gerding

Paddeln für Spaß und Gesundheit: Der Kanu Club Limburg hat wieder zu den „Summer Games“ geladen. Auf der Lahn haben sich Kanu-Teams wieder spannende Wettkämpfe geliefert. 

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Schon auf der Alten Lahnbrücke hallt das dumpfe Trommeln eines der elf Drachenbootteams, die auf der Lahn gegeneinander antreten. Der Kanu Club Limburg (KCL) organisiert im Rahmen der Limburger „Summer Games“ ein Drachenbootrennen mit Vor- und Finalläufen. Unter den Teilnehmern sind die „Pinken Teams“, bestehend aus Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, sowie sogenannte „Fun-Teams“, etwa die Limburger Packaging Group, die „Power Paddler“ der Partimus GmbH und die „Dienstagsdrachen“ des KCL.

Zehn Paddlerinnen oder Paddler, ein Steuermann und ein Trommler bringen das Boot über die 280 Meter lange Strecke. Während die „Pinken Teams“ ausschließlich aus Frauen bestehen, sind die „Fun-Teams“ gemischt.

Drachenbootfahren stärkt den Schulterbereich, die Rumpfmuskulatur und eigentlich den ganzen Körper.
Diana Rudolf vom Kanu Club Limburg

Rund um das Clubgelände herrscht eine fröhlich entspannte Stimmung, doch der Ehrgeiz der Teams ist spürbar. Vor jedem Rennen versammeln sich die beiden gegnerischen Mannschaften im Kreis, feuern sich mit Schlachtrufen an und paddeln dann mit sanften Trommelschlägen zum Start.

In den Vorläufen zählt die Zeit, in den Hauptrunden die Platzierung. Auf den letzten Metern steigt die Spannung: Die Trommeln schlagen im Stakkato, die Teams mobilisieren letzte Kraftreserven. Marion Konradi vom Team Pink Phoenix des Wassersportclubs Heidelberg bestätigt den Eindruck. „Das hier ist eine Regatta, ein Wettkampf. Wir sind angetreten, um zu kämpfen und möglichst zu gewinnen“, sagt sie. Für die Frauen ist die Mischung aus Spaß und sportlichem Ehrgeiz entscheidend. Ihr Team trainiert einmal wöchentlich und sieht Drachenbootfahren als idealen Reha-Sport für Frauen mit oder nach Brustkrebs.

Dienstagsdrachen treten gegen Domdrachen an

Wieder starten zwei Boote. Die Power Paddler der Partimus GmbH, Sponsor des Wettkampfs, jubeln: Bestzeit im Vorlauf. Dominik Kowolik, der schon im vergangenen Jahr dabei war, erkennt Fortschritte seiner Mannschaft – und das nach nur zwei Trainingseinheiten in diesem Jahr. Er lobt die Organisation, genießt die Atmosphäre und schätzt die Gelegenheit, neue Kontakte in Limburg zu knüpfen. Die Limburger Dienstagsdrachen des KCL erreichen das Ziel mit einer soliden Vorlaufzeit. Neben den Pinken Limburger Domdrachen stellen sie das zweite Drachenbootteam des Vereins. Das gemischte Team trainiert jeden Dienstag um 18 Uhr. Neue Paddler ab 18 Jahren sind willkommen. Voraussetzung ist, dass sie schwimmen können. „Alles andere kann man lernen“, sagt Diana Rudolf vom KCL. Sie betont: „Drachenbootfahren stärkt den Schulterbereich, die Rumpfmuskulatur und eigentlich den ganzen Körper.“

Während sich die Teams auf die Finalläufe vorbereiten, stehen auf dem Neumarkt die Brüder Adam und Issam Ammour vom Bobteam Ammour für Autogramme und Fragen bereit. Die aus Gießen stammenden Spitzensportler, die für Eintracht Frankfurt starten, blicken auf beeindruckende Erfolge zurück. Dazu zählen Gold im Zweierbob bei der Europameisterschaft 2024, Gold im Viererbob 2026 und Bronze für Adam Ammour im Zweierbob bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien.

Vom Turnen in den Viererbob

Bobpilot Adam Ammour erzählt, wie er durch seinen Bruder zum Bobsport kam. Ursprünglich Turner folgte er Issam, der von der Leichtathletik zum Bobfahren wechselte. Er bezeichnet das Bobfahren als Präzisionssport, in dem es um Hundertstel geht. Adam sagt: „Das beste Beispiel sind die Olympischen Winterspiele im Viererbob.

Da haben wir die Bronzemedaille um vier Hundertstelsekunden verpasst. Das war bitter. Aber man muss analysieren, was man beim nächsten Mal besser machen kann.“ Auf die Frage, was einen guten Anschieber ausmacht, antwortet Issam Ammour: „Man darf sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen und keine Angst haben. Was wir machen, ist teilweise lebensgefährlich. Es ist ein rasanter Rennsport.“

Sympathische Spitzensportler (Mitte, von links): Adam und Issam Ammour mit der Präsidentin des Hessischen Bob- und Schlittenspor
Sympathische Spitzensportler (Mitte, von links): Adam und Issam Ammour mit der Präsidentin des Hessischen Bob- und Schlittensportverbandes, Erica Fischbach und Besuchern der Summer Games
Volker Gerding

Der Bobsport sei ideal für Quereinsteiger, viele kämen aus der Leichtathletik oder vom Fußball. In seinem Fall war es so, dass er trotz guter Zeiten als Sprinter keine Chancen für eine Leichtathletikkarriere sah. Er wechselte zum Football und anschließend zum Bobsport. Auf den Summer Games präsentieren die Brüder ihren Bob, den die Besucher aus nächster Nähe bestaunen können.

Inzwischen stehen die Sieger der Drachenbootrennen fest: Bei den „Fun-Teams“ triumphiert die Limburger Packaging Group vor den Dienstagsdrachen des KCL. Bei den „Pinken Teams“ gewinnt das Team Pink, während die Limburger Domdrachen den vierten Platz belegen.

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