Kreisgruppe Rhein-Lahn der Jägerschaft greift bei Jahreshauptversammlung wichtige Themen auf
Bei Jahreshauptversammlung: Kreisgruppe Rhein-Lahn der Jägerschaft greift wichtige Themen auf
Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Die erfolgreichen Absolventen der Jägerausbildung in der Kreisgruppe der letzten zwei Jahrgänge haben von Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz (rechts) ihren Jägerbrief erhalten. Foto: Kreisgruppe Rhein-Lahn

Der amtierende Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz ist bei der ersten Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Rhein-Lahn der Jäger nach pandemiebedingter zweijähriger Pause im fast voll besetzten Miehlener Dorfgemeinschaftshaus mit 96 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. In die Rolle des stellvertretenden Kreisjagdmeisters wurde mit ebenfalls eindeutiger Mehrheit Udo Rau gewählt. Doch auch andere Themen standen auf der Agenda.

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Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Die erfolgreichen Absolventen der Jägerausbildung in der Kreisgruppe der letzten zwei Jahrgänge haben von Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz (rechts) ihren Jägerbrief erhalten. Foto: Kreisgruppe Rhein-Lahn

Die Kreisgruppenvorsitzende Angela Warkentin ging in ihrem Bericht insbesondere auf die während der vergangenen zwei Jahre sich zunehmend verschärfenden waldbaulichen Herausforderungen ein, die den Vorstand der Kreisgruppe auf Trab gehalten haben, indem er es sich zum Ziel setzte, eine Verantwortungsgemeinschaft – bestehend aus Waldbesitzern, Forstleuten und der Jägerschaft – zu etablieren, die partnerschaftlich an „Wald und Wild im Klimawandel“ arbeitet. „Nur gemeinsam mit allen betroffenen Akteuren werden sich in Zukunft die vielfältigen Interessenlagen in Einklang bringen lassen. Hier ist die Kreisgruppe Rhein-Lahn landesweit mit gutem Beispiel vorangegangen“, erklärte Warkentin.

Mit viel positiver Resonanz wurde der Auftritt des Landtagsabgeordneten Matthias Lammert (CDU) belohnt, der sich für die zukünftige Streichung der Jagdsteuer einsetzt. Denn letztlich sei die Jagd kein Freizeitvergnügen, sondern widme sich zuvorderst wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben, die sie als systemrelevant klassifiziere. Sie habe den Auftrag laut Bundesjagdgesetz, „einen den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten gesunden und artenreichen Wildbestand sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zu erhalten – und zwar unter Vermeidung von Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung“. Eine Besteuerung der Jagd sei demnach nicht mehr zeitgemäß.

Der im Amt bestätigte Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz folgte mit seinem Bericht und verwies auf die vielzähligen Herausforderungen an die Jägerschaft, die sich insbesondere aus der bevorstehenden Novellierung des Landesjagdgesetzes ergeben. Mit einem Plädoyer für die Bewahrung des jagdlichen Kulturgutes, hier insbesondere auch der traditionsreichen Jägersprache, die nahezu ersatzlos aus den Gesetzestexten gestrichen werden soll, gewann Klotz die Aufmerksamkeit der anwesenden Jäger und Jägerinnen.

Die Jägerschaft und allen voran der Kreisjagdmeister sowie der Vorstand der Kreisgruppe Rhein-Lahn fordern von der Politik ein, „den Mut zu zeigen, Altes zu bewahren, während wir Neuem begegnen“. Denn der Novellierungsvorschlag beinhalte ebenso die bundesweite Vereinheitlichung der Jägerprüfungsordnung, was ein sicherlich sinnvoller Vorschlag zu sein scheine.

Fachlich kompetent und mit vielen wichtigen Hinweisen zu Informationskanälen und Verhaltensweisen führte Susanne Preißing vom Veterinäramt in Bad Ems durch das Thema Wildkrankheiten. Dabei ging es insbesondere um die Afrikanische Schweinepest (ASP), die bereits mehrere Bundesländer im Wildschwein- sowie auch Hausschweinbestand erreicht hat. Wenn auch die ASP bislang dem Rhein-Lahn-Kreis noch sehr fern ist, so sorgt die Kreisgruppe dennoch für eine abrufbereite Notfalleinsatztruppe von ortskundigen Jägern, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

Ein Reh in einem Getreidefeld: Mit wichtigen Fragen des Natur- und Artenschutzes haben sich jetzt nach pandemiebedingter zweijähriger Pause die Jäger der Kreisgruppe Rhein-Lahn bei ihrer Jahreshauptversammlung auseinandergesetzt. Foto: Symbolbild Patrick Pleul/dpa
dpa

Die Versammlung widmete sich zudem einem weiteren wichtigen Thema, das zunehmend auch auf das Interesse der nicht-jagenden Öffentlichkeit stößt: Die Rettung von Rehkitzen, bevor Landwirte ihre Heuwiesen mähen. Während in der Vergangenheit die Kitzrettung durch das Abgehen der Wiesen zu Fuß üblich war, hat die fortschreitende Technologisierung nun auch hier ihren Platz gefunden.

Das Aufsuchen von Kitzen in den frühen Morgenstunden durch Drohnen, die mit Wärmebildkameras bestückt sind, hat nun in den meisten Revieren Einzug gehalten. Neben dem Einsatzteam um Daniel Bröder, das mit der kreisgruppeneigenen Drohne arbeitet, haben sich auch weitere Teams und Vereine gebildet, die aus der Jägerschaft entstanden sind oder sich privat gegründet haben.

Nach den inhaltsreichen Berichten aller Obleute, die zeigten, dass ohne diese Ehrenämter der Betrieb der Kreisgruppe niemals aufrechterhalten werden könnte, wurden alle Ehrungen durchgeführt, die sich in den vergangenen Jahren ergeben haben. Hervorgehoben werden muss an dieser Stelle die Ehrungen von Karl Köhler aus Holzhausen und Bertold Berninger aus Oberfischbach, die seit 70 Jahren Mitglied in der Kreisgruppe und somit im Landesjagdverband sind.

Einen Höhepunkt der Ehrungen stellte zudem der sogenannte „Jägerschlag“ der in den Jagdjahren 2020/21 sowie 2021/22 erfolgreichen Absolventen der Jägerausbildung in der Kreisgruppe dar, durchgeführt von Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz. Die Jungjäger erhielten anschließend ihren Jägerbrief, und auch wenn für manche die Prüfung bereits über ein Jahr zurückliegt, war ihnen die Freude und der Stolz auf die gemeisterten hohen Anforderungen deutlich anzusehen.

Untermalt wurde die Versammlung, an der auch der neue Landrat Jörg Denninghoff teilnahm, von den Jagdhornbläsern der Kreisgruppe, die scheinbar mühelos die traditionsreichen Signale und Märsche im Saal erklingen ließen. Für das leibliche Wohl sorgten die Miehlener Landfrauen in gewohnt liebevoller Manier. red

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