„Und es wurde und wird heißer. Das bedeutet, dass unsere Stadt ein besonderes Hitzeproblem hat.“ Was sich die Klimagemeinschaft fragt: Hat die Stadt einen kommunalen Hitzeschutzplan? Welche Anpassungsmaßnahmen auf den Gebieten Verkehrsreduktion, Entsiegelung und Begrünung plant sie?
Kommune und Bürger müssten rasch reagieren, schreibt die KG weiter und nennt Maßnahmen, die helfen könnten: beispielsweise eine durchgehende Entsiegelung, denn in Bad Kreuznach gebe es zu viele Asphaltflächen und zu wenige wasserdurchlässige Böden, um Starkregen abzumildern. Genannt sei das Konzept der „Schwammstadt“, in der das Wasser im Boden und Regenzisternen aufgenommen werde, die Kanalisation entlastet und danach zur kühlenden Verdunstung beitrüge.
Zum anderen sei eine massive, qualitative Begrünung vor allem der Innenstadt zur Temperaturreduktion und zur Verbesserung der Wasseraufnahme der durchwurzelten, erdreichen Böden dringend geboten, auch und vor allem durch Wegnahme und Umwidmung von Parkflächen. Ihre aktuelle Zählung, so die Klimagemeinschaft, habe gezeigt, „dass genügend Stellplätze in den Parkhäusern zur Verfügung stehen“. Und die KG nennt Gründe, warum man mit all dem nicht länger warten dürfe:
- weil nicht sicher sei, wann der nächste Starkregen komme;
- weil Begrünung Zeit brauche: Erst erwachsene Bäume und Büsche erreichten ihre volle klimatische Wirksamkeit von Befeuchtung und Beschattung;
- weil Hitzephasen und Tropennächte schon heute die Gesundheit gefährdeten und für Ältere, Behinderte, Kranke und Kinder lebensbedrohlich seien;
- weil ein reguliertes Stadtklima dafür sorge, dass Haushalte weniger Energie für Ventilatoren, Klima- und Belüftungsanlagen verbrauchten und weniger CO2 produzierten.
Begrünung und Wasserflächen oder feuchte Böden hingegen minderten die Hitzeentwicklung, denn Bäume und Sträucher böten Schatten, schützten vor Austrocknung und sonderten über ihre Blätter Wasser ab, wodurch Verdunstungskühle entstehe: „Sie sind eine lebende Klimaanlage.“
Zu den Maßnahmen gehörten auch Bauvorschriften für Dach- und Fassadenbegrünungen und das Senken der Stellplatzschlüssel und versiegelbaren Flächen für Bauvorhaben. Hier sei der Stadtrat gefragt.
Auch Hausbesitzer mit Gärten, auch Schottergärten, könnten etwas tun und darüber nachdenken, ob sie eine Klimaanlage (mit Abwärme in die Außenluft) anschaffen und betreiben oder lieber durch eine Begrünung ihr Haus vor Hitze schützen und damit auch einen Beitrag für die Umgebungsluft leisteten, schreibt die Klimagemeinschaft Bad Kreuznach, „denn eins ist klar: Hohe Temperaturen schon im Juni und Hitzerekorde sind kein außergewöhnliches Ereignis, sie werden, wie lange anhaltende Hitzephasen im Sommer, im Zuge des Klimawandels häufiger vorkommen. Stadt und Bürger sollten dem in ihren Planungen Rechnung tragen“. red

