Ärger über Autofahrer
Gewitter und Unfall fordern Rüdesheimer Feuerwehren
Ein Feuerwehrmann sichert die Unfallstelle auf der L236, nachdem ein Opel Agila mit einem Skoda kollidiert war.
Rouven Ginz/Freiwillige Feuerwehr VG Rüdesheim

Heftige Unwetter und ein Verkehrsunfall fordern die Rettungskräfte der Verbandsgemeinde Rüdesheim heraus. Trotz ihrer Absicherung rasen Autos an ihnen vorbei. Ein brisanter Einsatzbericht.

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Viel zu tun für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim: Am Mittwochvormittag sind die Feuerwehren Hargesheim-Roxheim und Rüdesheim gemeinsam mit dem Rettungsdienst, dem Rettungshubschrauber Christoph 23 und der Polizei zu einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich der L236 und K51 an der Anschlussstelle der B 41 bei Rüdesheim alarmiert worden. Ein Opel Agila war beim Abbiegen von der L236 auf die K51 mit einem entgegenkommenden Skoda kollidiert. Das berichtete die Feuerwehr in einer Pressemeldung.

Zwei Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverbandes erreichten wenige Augenblicke nach dem Zusammenstoß die Unfallstelle, leisteten Erste Hilfe und setzten den Notruf ab. Beide allein in ihren Fahrzeugen befindlichen Fahrerinnen konnten die Autos selbst verlassen. Der Unfall führte an dem stark befahrenen Verkehrsknotenpunkt rasch zu Verkehrsbehinderungen.

Das nicht mehr fahrbereite Auto musste händisch von der Straße geschoben werden.
Rouven Ginz/Freiwillige Feuerwehr VG Rüdesheim

Während der Versorgung der beiden Fahrerinnen durch Notfallsanitäter von zwei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes und der Unfallaufnahme durch die Polizei, sperrten die Feuerwehren die L 236 zwischen den beiden B 41-Anschlussstellen ab, stellten den Brandschutz sicher und schalteten den Opel stromlos.

Die beiden Fahrerinnen wurden vom Rettungsdienst zur weiteren Abklärung in Bad Kreuznacher Kliniken gebracht. Die Straßenmeisterei Bad Kreuznach streute auslaufende Betriebsmittel ab; der Opel war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Gegen 11.15 Uhr rückten die Feuerwehren wieder ein.

Gewitter am Nachmittag fordert Einsatzkräfte

Am späten Nachmittag räumte ein starkes Gewitter die schwüle Luft des Mittwochs aus. Kurz vor 17 Uhr wurde vor den heranziehenden Gewittern gewarnt, zum Beispiel in der WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes. Von Südwesten zog das Gewitter dann wie angekündigt über die Verbandsgemeinde Rüdesheim. Eine Gewitterböe brachte gegen 17.30 Uhr eine Weide in der Hargesheimer Lindenstraße zu Fall und blockierte die Fahrbahn. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hargesheim-Roxheim sicherten die Gefahrenstelle ab und räumten den Baum auch mithilfe einer Motorsäge von der Fahrbahn.

Ein Feuerwehrauto sichert die Unfallstelle auf der L236 ab, während Einsatzkräfte den Verkehr regeln.
Rouven Ginz/Freiwillige Feuerwehr VG Rüdesheim

Unverständlich und nicht nachvollziehbar: Trotz deutlich sichtbarer Absicherung durch die Feuerwehr erachteten einige Autofahrer die Reduzierung ihrer Geschwindigkeit als inadäquat und rauschten mit unvermindertem Tempo an den Einsatzkräften vorbei. Ein Autofahrer hatte wohl einen schlechten Tag und sah sich durch die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr stark beeinträchtigt – so jedenfalls seine Reaktion gegenüber den Einsatzkräften.

Regenfluten überfordern Kanalisation: Wasser sprudelt aus einem Gullydeckel in der Rüdesheimer Hauptstraße.
Rouven Ginz/Freiwillige Feuerwehr VG Rüdesheim

Im Verlauf des Einsatzes rückten die Gemeindearbeiter um Ortsbürgermeister Haiko Grün an und beseitigten die letzten Unwetterschäden. Der für die Vegetation dringend benötigte Regen fiel auch. Die Wetterstation Feuerwehrhaus der Rüdesheimer Feuerwehr registrierte innerhalb weniger Minuten rund zehn Liter Regen – zu viel für den einen oder anderen verstopften Oberflächenwassereinlauf in der Nahestraße. Folge: Aus mehreren Gullideckeln sprudelte das Wasser, Abschnitte der Rüdesheimer Hauptverkehrsstraße zwischen dem Weinhotel Bäder und der Rosengartenhalle sowie am Kreisel an der neuen Sparkasse waren zeitweise knapp 40 Zentimeter überflutet.

Um Schäden an den Gebäuden zu verhindern, zog die Rüdesheimer Feuerwehr die Sinkkästen und leerte diese, sodass das Wasser abfließen konnte. Die Ortsbeigeordneten Christine Stoß und Jeanni Winter wurden informiert, damit die restlichen Sinkkästen zeitnah gereinigt werden.

Einsatzkräfte der Feuerwehr beseitigten einen umgestürzten Baum, der nach einem Gewitter die Straße blockiert.
Rouven Ginz/Freiwillige Feuerwehr VG Rüdesheim

Ein umgestürzter Baum blockierte gegen 18.20 Uhr den Radweg zum Wochenendgebiet Boos. Die Booser Feuerwehr beseitigte das Verkehrshindernis und sorgte wieder für freie Fahrt. Eine weitere Meldung über einen umgestürzten Baum auf der L236 bei Rüdesheim stellte sich als die gleiche Einsatzstelle bei Hargesheim heraus. In der Nacht zum Donnerstag blockierte ein umgestürzter Baum die Landesstraße 239 am Ortsausgang Dalberg Richtung Argenschwang. Die alarmierten Feuerwehren aus Argenschwang, Dalberg und Wallhausen beseitigten das Verkehrshindernis und rückten nach einer Stunde wieder ein.

Gegen 19.15 Uhr waren alle Einsätze, die durch die Feuerwehreinsatzzentrale in Rüdesheim koordiniert wurden, abgearbeitet.

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