Beim Prozess gegen fünf Angeklagte wegen versuchten Totschlags wird ein 30-jähriger Beschuldigter am fünften Verhandlungstag entlastet: Erstaunliches im No-Mercy-Prozess: Hauptangeklagter hat plötzlich Alibi
Beim Prozess gegen fünf Angeklagte wegen versuchten Totschlags wird ein 30-jähriger Beschuldigter am fünften Verhandlungstag entlastet
Erstaunliches im No-Mercy-Prozess: Hauptangeklagter hat plötzlich Alibi
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Bad Kreuznach. „Das sind erstaunlich genaue Erinnerungen zu einem für uns erstaunlich späten Zeitpunk“, stelle Richter Folkmar Broszukat, Vorsitzender der Schwurgerichtskammer am Bad Kreuznach Landgericht, am fünften Verhandlungstag fest. Der Richter bezog sich damit auf die Aussagen von drei neuen Zeugen, die allesamt den 30-jährigen Hauptangeklagten, einen nicht vorbestraften Deutschen Staatsbürger mit polnischen Wurzeln aus Weinsheim, entlasteten – indem sie ihm für die Tatnacht, den 15. November 2015, ein plausibles Alibi gaben.
Drei Zeugen behaupteten, die Nacht mit dem 30-Jährigen verbracht zu haben. Das konnten sie mit einem Foto und Handydaten belegen. Insgesamt wirkten deren Aussagen glaubhaft, ein Freispruch für den Mann könnte die Folge sein.
Der Angeklagte muss sich gemeinsam mit vier weiteren Beschuldigten, allesamt Türken im Alter zwischen 26 und 37 Jahre, wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.