Experten nehmen in Schmißberg Einsatz in luftiger Höhe vor
Experten und Zuschauer im Einsatz: Schmißberger Storchennachwuchs beringt und getauft
Experte Christian Reis (links) beringt einen der Jungstörche. Mit dieser Kennung kann der im Mai in Schmißberg geborene Vogel künftig auf der ganzen Welt zugeordnet werden. Foto: www.schmissberg.de

Schmißberg. Die sieben Weißstorchküken, die im Mai in Schmißberg zur Welt gekommen sind, haben nun alle Namen bekommen. Außerdem wurden die Jungvögel am Sonntag von Experten beringt., damit sie später besser erkannt werden können. Dafür war ein Einsatz in luftiger Höhe erforderlich, wie Ortschef Rudi Weber und Tom Sessa von den Schmißberger Storchenfreunden berichten.

Lesezeit 2 Minuten

Es ist schon ein gewohntes Bild, dass Wanderer, Radfahrer und Bürger von Schmißberg die schönen Sitzgelegenheiten an der am Ortsrand gelegenen Storchenvoliere nutzen, dort ein Schwätzchen halten und den großen Vögeln – Lotte und Bernie in der Voliere und das sogenannten Piratenstorchpärchen im Nest darüber – gern zuschauen. Aber das sich dort am Sonntagnachmittag fast 40 Menschen versammelten, war dann doch etwas Besonderes.

Der Grund dafür: Es hatte sich herumgesprochen, dass die sieben Schmißberger Storchenbabys beringt werden. Das übernahmen Christian Reis sowie Martina Kohls. Die beiden Storchenexperten arbeiten ehrenamtlich für den Verein Aktion Pfalzstorch. Dabei handelt es sich um einen Verein, der im südpfälzischen Weinbaugemeinde Bornheim seinen Sitz hat. Er wurde 1998 gegründet und hat sich dem Schutz des Weißstorchs in der näheren und weiteren Umgebung verschrieben.

Christian Reis, der bereits im vergangenen Jahr in Schmißberg zu Gast war, hat seit seinem 16. Lebensjahr mit Störchen zu tun und schon Tausende Tiere beringt. Dabei gebe es auch eine traurige Erkenntnis, sagt Reis: Dass der Nachwuchs überlebe, sei nicht selbstverständlich. Die Jungstörche würden nicht alle ihre ersten Jahre überleben. Stromleitungen, Windräder und schnelle Verkehrsmittel wie Autos und Züge seien „Todfeinde“ der Störche, so die Experten aus der Pfalz.

Deren Besuch in Schmißberg war mit einem echten „Höhepunkt“ verbunden. Martina Kohls musste mithilfe einer Leiter etwa acht Meter auf das Dach der Voliere klettern, um die vier Küken im Piratenstorchennest zu beringen. Die Storchenexpertin erntete Applaus, als sie nach getaner Arbeit sichtlich erleichtert wieder auf dem Boden stand.

Die Beringung in acht Meter Höhe sei aber nicht nur wegen der Höhe spektakulär gewesen, sagt Tom Sessa von den Storchenfreunden Schmißberg. Er wies darauf hin, dass damit erstmals wildgeborene Weißstörche im Landkreis Birkenfeld beringt worden seien. „Das war eine Sensation. Das ist was für die Geschichtsbücher“, betonte Tom Sessa.

Die Jungstörche bekamen aber am Sonntag nicht nur einen Ring mit einer Kennung ans Bein, mit der sie auf der ganzen Welt zugeordnet werden können, sondern die Gelegenheit wurde auch gleich für eine „Taufe“ genutzt. Denn die Tiere bekamen von den Zuschauern auch Namen. Die drei Küken von Lotte und Bernie heißen jetzt Bonnie, Belinda und Bibo. Die vier Piratenstorchenküken erhielten die Namen Cäsar, Clyde, Chloé sowie Charly. red

Top-News aus der Region