Werksausschuss Birkenfeld
AWB plant ab 2027 Altkleider-Sammlung im Abholsystem
Nach dem Rückzug des DRK hat sich die Zahl der Altkleider-Container - auf dem Bild sind zwei Exemplare eines anderen Anbieters
Nach dem Rückzug des DRK hat sich die Zahl der Altkleider-Container - auf dem Bild sind zwei Exemplare eines anderen Anbieters in Baumholder zu sehen - im Nationalparklandkreis Birkenfeld deutlich reduziert. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) denkt deshalb ab 2027 über die Einführung eines Abholsystems nach.
Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld

Nach dem Rückzug des DRK hat sich die Zahl der Altkleider-Container im Nationalparklandkreis deutlich reduziert. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) denkt deshalb über die Einführung eines Abholsystems nach.

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Nationalparklandkreises Birkenfeld (AWB) will ab dem Jahr 2027 mit einem neuen Konzept auf den Wegfall zahlreicher Altkleidercontainer im Kreisgebiet reagieren. Geplant ist die Einführung eines Holsystems: Ähnlich wie bei der Altpapierabfuhr und früher beim Sperrmüll sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Alttextilien künftig an festgelegten Terminen am Straßenrand bereitstellen können.

Vorgesehen ist jeweils ein Abfuhrtermin pro Halbjahr in jeder Gemeinde. Die Alttextilien sollen in neutralen Säcken und in haushaltsüblichen Mengen bereitgestellt und anschließend durch ein Sammelfahrzeug eingesammelt werden.

Der Werksausschuss des Nationalparklandkreises hat dieser Vorgehensweise in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt. „Wir kommen an einer solchen Lösung eigentlich gar nicht vorbei“, betonte Ausschussmitglied Armin Korpus (CDU).

„Wir kommen an einer solchen Lösung eigentlich gar nicht vorbei.“
Ausschussmitglied Armin Korpus (CDU)

Werkleiter Holger Schäfer hatte zuvor die Ausgangslage erläutert. Seit dem 1. Januar 2025 ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger – im Kreis Birkenfeld also der AWB – grundsätzlich für die Verwertung von Altkleidern zuständig. Dieser Verpflichtung kommt der AWB bislang nach, indem er Alttextilien kostenlos im Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Reibertsbach bei Reichenbach sowie an den Wertstoffhöfen in Idar-Oberstein, Hoppstädten-Weiersbach und Rhaunen annimmt und anschließend verwerten lässt. „Im Jahr 2025 war die Nachfrage mit etwa drei Tonnen zunächst noch gering. In den vergangenen Monaten haben wir aber bereits einen deutlichen Anstieg festgestellt“, erklärte Schäfer.

Hintergrund ist der Rückzug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus der Altkleidersammlung: Zum Jahresbeginn 2026 wurden die rund 70 DRK-Containerstandorte im Kreisgebiet abgebaut. Das DRK war zuvor einer der größten gemeinnützigen Alttextilien-Sammler im Landkreis gewesen. Um diesen Wegfall auszugleichen, entwickelte die Werkleitung das neue Holsystem, das in ähnlicher Form bereits von anderen Abfallbetrieben – etwa vom benachbarten Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) – praktiziert wird.

Stoffliches Recycling statt Verbrennung

Laut bundesweiten Statistiken fallen pro Einwohner jährlich rund zwei Kilogramm Alttextilien an. Obwohl es daneben weiterhin andere Sammelmöglichkeiten wie Second-Hand-Läden, Kleiderkammern oder Kleiderbasare gibt, rechnet die Werkleitung über das neue System mit einem nicht unerheblichen Aufkommen.

Für die Verwertung der gesammelten Kleidung ist ein stoffliches Recycling statt einer Verbrennung vorgesehen. Die Leistung soll noch ausgeschrieben werden, sodass sich Entsorgungsunternehmen um den Auftrag bewerben können.

Das neue, rund 1,8 Millionen teure Betriebsgebäude im Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Reibertsbach bei Reichenbach steht kurz vor
Das neue, rund 1,8 Millionen teure Betriebsgebäude im Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Reibertsbach bei Reichenbach steht kurz vor der Fertigstellung. Die Mitarbeiter des AWZ sollen Ende Juni dort einziehen.
Daniel Rech/AWB

Zum Abschluss einer rekordverdächtig kurzen Sitzung – sie dauerte nur rund 15 Minuten – informierte Werkleiter Holger Schäfer über den aktuellen Stand beim Neubau des Verwaltungsgebäudes am AWZ Reibertsbach. Das rund 1,8 Millionen Euro teure Gebäude steht kurz vor der Fertigstellung. „Beim Innenausbau sind wir auf den letzten Metern. Mit den Pflasterarbeiten an der Außenanlage starten wir in den nächsten Tagen“, berichtete Schäfer.

Der Umzug der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das neue Gebäude ist für Ende Juni vorgesehen. Landrat Miroslaw Kowalski betonte abschließend, dass mit dem Neubau sowohl für die Beschäftigten als auch für die Kundinnen und Kunden des AWZ eine deutliche Verbesserung verbunden sei.

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