„Wahrscheinlich erleben Sie heute das letzte Kabarettprogramm der Menschheitsgeschichte, das komplett ohne künstliche Intelligenz entstanden ist“: Mit diesen Worten hat der Kabarettist Robert Griess seine Zuhörer im ausverkauften Saal der Oberen Burg in Rheinbreitbach begrüßt. „Allein deshalb sollten Sie es sich ansehen! Kein Google, kein Tinder, kein Metaverse.“
Von dümmer werdenden Kindern und Erwachsenen, die Populisten hinterherlaufen
Und dann ging Robert Griess in seinem neuen Programm in die Vollen. Mit den Vokabeln „aktuell, aberwitzig und abgedreht“ ist seine Präsentation treffend umschrieben. Nicht erst seit ChatGPT sei die natürliche Intelligenz genauso vom Aussterben bedroht wie Leoparden, Orcas und Altenpflegerinnen. „Unsere Kinder“ werden laut Griess immer dümmer, Erwachsene laufen Populisten hinterher, und Influencer verwechseln die Zahl ihrer Follower mit ihrem IQ: „Wer möchte angesichts der grassierenden Dummheit von Politikern, Nachbarn und Ex-US-Präsidenten nicht ständig ausrufen: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“
Griess mobilisierte alle Reserven der natürlichen Intelligenz und gab so lustige wie überraschende Antworten auf die großen Fragen: Hat Gott uns erschaffen oder ist Gott die erste von Menschen erfundene künstliche Intelligenz, die die Macht übernommen hat? Wie wollen wir leben? Wer wollen wir sein? Am Ende müssen sich analoge Oldies und „Digital Natives“ entscheiden: „Wären sie lieber ein rundum versorgtes Huhn in einer Legebatterie oder einer der letzten, vom Aussterben bedrohten Berggorillas in Freiheit?“
Ob Berggorilla oder Bürgergeld – wechsel zwischen verschiedenen Rollen
Herrlich, wenn Griess dabei in seine unterschiedlichen Rollen als Berggorilla, querer Viersternegeneral oder Bürgergeldempfänger springt, so der Förderkreis Obere Burg Rheinbreitbach in einer Pressemeldung. Robert Griess schaffte es wieder ohne Mühe, sein Rheinbreitbacher Publikum mit Esprit und Relevanz zu unterhalten. Sein neues Programm zeigte die natürliche Intelligenz noch einmal in Bestform, vielleicht unmittelbar vor dem Verglühen.
Am Ende konnte Bernhard Groß, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises, das Publikum begeistert, aber auch nachdenklich nach Hause entlassen. Das tat er nicht, ohne Griess eine Flasche roten Riesling des neuen Weinguts Keune aus Rheinbreitbach mit auf den Heimweg zu geben.