Oberbieber
Flüchtlingsprojekt setzt positives Zeichen für Integration
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Oberbieber. Vor einigen Wochen startete im Freibad Oberbieber das Projekt "swim and work", das Flüchtlingen die Möglichkeit gab, sich durch ehrenamtliches Engagement einzubringen und gleichzeitig für ihren Einsatz etwas zurückzubekommen.

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Von unserer Mitarbeiterin Regine Siedlaczek

Vier Flüchtlinge aus Eritrea bekamen durch das Projekt des Freibades Oberbieber die Gelegenheit, sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und gleichzeitig Wertschätzung für etwas zu erfahren, das sie selbst geleistet haben. Zum Ausgleich hatten die vier Eritreer unter anderem freien Eintritt ins Freibad, wo sie auch Schwimmunterricht bekamen.

Rolf Löhmar, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Oberbieber und Ideengeber des Projektes „swim and work“, ist stolz, dass es gelungen ist, das Projekt umzusetzen: „Dass alles so gut geklappt hat, ist natürlich auch vielen anderen Menschen zu verdanken.“ Konkret meint Löhmar damit das Café Asyl, das im vergangenen Juni mit der Idee, Flüchtlinge durch ehrenamtliche Tätigkeit zu integrieren, an das Freibad herantrat. „Ich habe mir dann das Projekt überlegt“, sagt Löhmar. Unterstützt wurden die Flüchtlinge auch vom Lions-Club Neuwied-Andernach: „Die Eritreer wohnen alle in Neuwied und mussten daher mobil gemacht werden, damit sie nach Oberbieber kommen konnten“, berichtet der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins. Dieses Problem wurde durch die Spende von vier Fahrrädern durch den Lions-Club gelöst.

Rund 50 Arbeitsstunden absolvierten die Flüchtlinge Brehane, Habtam, Mohammed und Mussi aus Eritrea im Freibad. Dabei erledigten sie nicht nur gartenpflegerische Aufgaben, auch handwerklich stellten sie ihr Können unter Beweis. Über die Zuverlässigkeit der jungen Männer freut sich auch Reiner Mank, der ebenfalls ehrenamtlich im Freibad arbeitet und sich um die Flüchtlinge kümmerte: „Sie waren immer pünktlich und haben auch über die eigentliche Zeit hinaus mit angepackt.“

Projekt kam auf beiden Seiten gut an

Das bestätigt auch Bademeister Jürgen Hoffmann, der den vier Nichtschwimmern die ersten Schwimmzüge und die deutsche Sprache beibrachte: „Ich bin sehr stolz, dass sie sich so bemüht haben.“ Und dieser Fleiß zahlt sich aus, denn die vier jungen Männer konnten sich zum Abschluss des Projektes nicht nur über ein Empfehlungsschreiben von Rolf Löhmar freuen, sondern auch über das Seepferdchen-Abzeichen, das alle am letzten Öffnungstag des Freibades erfolgreich ablegten.

„Die Akzeptanz auch aus den Reihen der Badegäste war fantastisch“, erinnert sich Hoffmann, so habe es zahlreiche Kleiderspenden gegeben, und auch das eine oder andere Eis wurde spendiert. „Wir wollen in jedem Fall in Kontakt bleiben“, betonte Hoffmann, für den die Eritreer noch eine Überraschung vorbereitet hatten: „Wir wollen uns bedanken, es war sehr schön hier“, sagten die Flüchtlinge einstimmig und überreichten Hoffmann ein Abschiedsgeschenk, das dieser sichtlich gerührt in Empfang nahm.

Dem Freibad Oberbieber ist es mit der Unterstützung des Cafés Asyl und des Lions-Clubs Neuwied-Andernach gelungen, ein Pilotprojekt zu starten, das Flüchtlinge nicht nur integriert, sondern aktiv an der Gesellschaft teilhaben und alle Beteiligten gleichermaßen profitieren lässt. Als nächsten Schritt plant Löhmar, der auch Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Koblenz ist, die Flüchtlinge nach Erhalt der offiziellen Arbeitserlaubnis in das Berufsleben zu integrieren.

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