Neuwieder Arbeitsmarkt
Agentur zählt mehr Erwerbslose und hofft auf Besserung
Die Agentur für Arbeit Neuwied hat die Statistik für den heimischen Arbeitsmarkt im Monat August vorgelegt.
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Traditionell ist die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt im August etwas undurchsichtiger. Ausbildungen enden, sodass sich junge Leute vorübergehend arbeitslos melden. Diese versuchen dann, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

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Die Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt dauert im August weiter an. Im Kreis Neuwied waren mit 5637 Arbeitslosen 37 Personen mehr registriert als im Vormonat und 95 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,5 Prozent und bleibt auf dem Stand des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Das teilt die Neuwieder Agentur für Arbeit am Freitag mit.

„Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Wochen entwickeln wird.“
Stefanie Adam, Chefin der Neuwieder Agentur für Arbeit

„In der Vergangenheit brachte der August meist eine Entspannung am Arbeitsmarkt. Zuvor kam es im Juli aufgrund der sogenannten Sommerspitze traditionell zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Dieser Effekt ergibt sich durch die überwiegend jungen Menschen, die im Sommer ihre schulische oder berufliche Ausbildung beenden und vorübergehend arbeitslos gemeldet sind. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Wochen entwickeln wird“, sagt Agenturchefin Stefanie Adam.

Die Statistik für August weist für den gesamten Agenturbezirk, der die Kreise Neuwied und Altenkirchen umfass, weitere Zahlen aus: Demnach haben sich 2082 Personen im Monatsverlauf arbeitslos gemeldet, 769 davon waren zuvor erwerbstätig, 539 in einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme. 2021 Personen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. 590 davon in eine Erwerbstätigkeit, 489 in eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Weniger freie Stellen im Kreis

„Aus den aktuellen Daten geht hervor, dass es im Monatsverlauf eine Steigerung der arbeitslosen Personen aus Gesundheitsberufen und sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen gibt. Dazu zählen etwa soziale Beratung, Erziehung, Bildung, Therapie und Pflege. Die Arbeitslosigkeit könnte sich daher auf die Dauer der Sommerferien beschränken. Auch darüber wird die Statistik der nächsten Wochen Aufschluss geben“, sagt Adam.

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im August für den Kreis Neuwied 219 neue Stellen gemeldet. Das sind 53 weniger als im Juli und 49 mehr als im Vorjahr. Der Bestand ist mit 1368 Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 270 Stellenangebote gesunken.

571 Ausbildungsstellen unbesetzt

Der agenturbezirksweite Ausbildungsmarkt bietet nach wie vor noch Chancen für beide Seiten. Von den 1954 gemeldeten Ausbildungsstellen sind laut Agentur noch 571 unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 19,6 Prozent weniger Stellen verfügbar.

Anders sieht es bei den Bewerbern aus. Von 1499 jungen Menschen, die ihr Interesse an einer Ausbildung bekundet haben, sind noch 320 Personen unversorgt. Das sind 90 Personen oder 39,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl werde sich bis zum Ende des Ausbildungsjahres am 30. September noch verändern. „Erfahrungsgemäß gehen die Meldungen von manchen Jugendlichen, die bereits eine Ausbildungsstelle angetreten oder sich für eine andere Alternative wie Studium oder weiterführende Schule entschieden haben, erst zeitversetzt bei unseren BerufsberaterInnen ein“, erklärt Adam. Bereits jetzt startet für die SchulabgängerInnen des nächsten Jahres das Angebot an Ausbildungsmessen.

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