2020 weniger Wohnungseinbrüche und Straßenkriminalität sowie höhere Aufklärungsquote
Kriminalstatistik: Siegen-Wittgenstein einer der sichersten Kreise in NRW
Besonders ältere Menschen sind oft Opfer von Betrügern, die sich am Telefon als ein Verwandter ausgeben, der in eine Notlage geraten ist. Foto: dpa
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Siegerland. Sinkende Fallzahlen insgesamt, ein Rückgang der Wohnungseinbrüche, ein Rückgang der Straßenkriminalität und eine höhere Aufklärungsquote sind die Eckpfeiler der Kriminalstatistik 2020 der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein. Mit dieser Entwicklung zeigt sich Landrat Andreas Müller in einer Pressemitteilung sehr zufrieden.

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Inwieweit, wie in vielen anderen Bereichen der Datenerhebung und -auswertung, die Corona-Pandemie auch in der Polizeilichen Statistik seine Spuren hinterlassen hat, bleibt spekulativ. Ein Vergleich mit den Vorjahren fällt daher in Teilbereichen schwer.

Der Rückgang der registrierten Gesamtkriminalität um 6,84 Prozent auf 13.581 Straftaten ist allerdings grundsätzlich erfreulich. Dies ist der niedrigste Stand der vergangenen zehn Jahre. Insbesondere Rückgänge der Fallzahlen in den Deliktfeldern Diebstahl (-705 Fälle), Körperverletzung (-119 Fälle), Beleidigung (-144 Fälle) und Sachbeschädigung (-162 Fälle) trugen zu dieser Entwicklung bei.

Mit einer Steigerung auf 64,05 Prozent liegt die Aufklärungsquote der Kreispolizeibehörde weiterhin auf einem ausgezeichneten Niveau. Sie liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt (52,8 Prozent) und rangiert im Vergleich mit anderen KPB sogar auf einem Podestplatz (Rang 2, fast gleichauf mit der benachbarten KPB Olpe, die eine Aufklärungsquote von 64,06 Prozent erreicht).

Die Zahl der registrierten Diebstähle sank um fast 16 Prozent. Gerade bei der Aufklärung dieser Delikte kommt der polizeilichen Tatortarbeit (Spurensuche und -sicherung) eine hohe Bedeutung zu. Mit einer Aufklärungsquote von 40,74 Prozent liegt die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein auch in diesem Bereich deutlich über dem Landesdurchschnitt (26,4 Prozent). Zu den Diebstählen zählt auch der Wohnungseinbruch. Hier gab es bereits in den Vorjahren sinkende Fallzahlen. 2020 ging die Zahl der Wohnungseinbrüche noch einmal zurück. Nur 163 Delikte wurden zur Anzeige gebracht. 2015 waren es noch 535.

Die Gefahr, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, ist im Kreis Siegen-Wittgenstein äußerst gering. Die hierfür ermittelte Kriminalitätshäufigkeitszahl (Fallzahlen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) liegt mit einem Wert von 59 deutlich unter dem Landesdurchschnitt (KHZ NRW = 138).

Die Straßenkriminalität sank um 383 Straftaten auf 2501 Fälle. Ein Großteil der Delikte geht auf Sachbeschädigungen zurück (787 Fälle Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen sowie 659 Fälle Sachbeschädigung an Kfz). Weiterhin umfasst die Straßenkriminalität 413 Diebstähle an oder aus Kfz (-119 Fälle) sowie weitere 109 Straftaten im Bereich der Körperverletzung (-14 Fälle).

Der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte umfasst unter anderem Delikte wie Waren-bzw. Warenkreditbetrug, Erschleichen von Leistungen und Urkundenfälschung. Ebenfalls darunter fallen Betrugsdelikte wie Enkeltrickbetrug, Schockanrufe sowie „falsche Polizeibeamte“. Diese Betrugsdelikte zielen fast immer darauf ab, ältere Menschen um ihr Hab und Gut zu bringen. 2020 wurden 190 Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen gemeldet. In 29 Fällen gelang es Tätern, mit ihren perfiden Machenschaften teilweise größere Geldbeträge zu ergaunern. Hinter jeder Tat befindet sich ein potenziell traumatisiertes Opfer.

Landrat Andreas Müller: „Hier möchte ich auf eine präventive Schwerpunktsetzung in der Arbeit meiner Behörde hinweisen, die mir sehr am Herzen liegt. Der Ansatz lautet: zielgerichtete Prävention in der Gruppe potenzieller Opfer, unter anderem durch speziell fortgebildete Seniorensicherheitsberater. Zudem wurde die enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, etwa den Banken und Sparkassen, intensiviert. Seniorinnen und Senioren müssen vor diesen Straftätern geschützt werden. Unser gemeinsames Ziel ist, den Anteil der Versuchstaten durch die Präventionsarbeit auf 100 Prozent zu steigern. Das ist der Zielwert, den wir erreichen möchten und den wir auch erreichen können.“

Müller weiter: „Es freut mich, im Ergebnis beim Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik festhalten zu können, dass die Menschen hier im Kreisgebiet in einer sicheren Region leben.“

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