
Danach verursachten Muskel- und Skeletterkrankungen unverändert die meisten Ausfalltage. Mit 23,5 Prozent liegt deren Anteil an den gesamten Fehltagen mit großem Abstand an erster Stelle. Auf den weiteren Plätzen folgen Atemwegserkrankungen (11,9 Prozent), Verletzungen (11,2 Prozent) und psychische Erkrankungen (11 Prozent).
„Muskel-Skelett-Erkrankungen sind nach wie vor die Hauptursache für Krankschreibungen. Hier können gezielte Präventionsangebote helfen und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessern“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider zu der Statistik.
Die Corona-Pandemie führte zu teilweise erheblichen Schwankungen beim Krankenstand im Kreis: Zunächst gab es zu Beginn der Pandemie im März einen deutlichen Anstieg von 7,3 Prozent im Februar auf 8,6 Prozent im März. Von Mai (5 Prozent) bis August (5,4 Prozent) zeigte sich insgesamt ein deutlicher Rückgang, der jedoch ab September in die zweite Welle überging und im November erneut einen hohen Wert von 6,3 Prozent erreichte. Unterm Strich blieb es jedoch im Jahresdurchschnitt bei 6,1 Prozent ähnlich dem Vorjahreswert.
Nach der aktuellen AOK-Auswertung für 2020 meldeten sich 57,7 Prozent der Beschäftigten einmalig oder mehrfach krank. Insgesamt war jeder bei der AOK versicherte Erwerbstätige im Kreis Siegen-Wittgenstein durchschnittlich an 22,3 Tagen krankgeschrieben. Dabei wurden 46,1 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage von Langzeitkranken verursacht. Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Fall lag bei 13,7 Kalendertagen.
Große Unterschiede gab es zwischen den Berufsgruppen. Die höchsten Fehlzeiten gab es 2020 im Kreis Siegen-Wittgenstein in den Berufsgruppen Straßen- und Tunnelwärter (50,2 Tage) und Ver- und Entsorgung (39,2 Tage). Die niedrigsten Fehlzeiten sind in den Berufsgruppen technische Forschung und Entwicklung (4,6 Tage) und Hochschullehre und -forschung (5,2 Tage) festzustellen.
Die AOK NordWest unterstütze nicht nur ihre Versicherten mit speziellen Angeboten, sondern helfe auch den Unternehmen im Kreis Siegen-Wittgenstein mit speziellen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung dabei, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu identifizieren und abzubauen, um nicht zuletzt auch den Krankenstand im Betrieb nachhaltig zu senken.
„Erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement gibt es nicht von der Stange, sondern muss sehr individuell auf die Belange, die Bedürfnisse und die Möglichkeiten jedes einzelnen Unternehmens abgestimmt werden“, so Schneider. Hier biete die AOK NordWest spezielles Know-how durch eigene qualifizierte Präventionsfachkräfte an, die beratend durch die jeweiligen Prozesse führten. Situationsanalyse, Hilfe bei der Planung und Durchführung präventiver Maßnahmen seien Teil der Begleitung.
Mehr Informationen zu den AOK-Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung unter www.aok.de/fk/nordwest/