In der Siegener Nikolaikirche kamen laut Pressemitteilung Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um das zweifache Festjahr mit Reden, Gebeten und Gesang zu eröffnen. Anschließend wurde eine Wanderausstellung in der Martinikirche präsentiert.
Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes stand die Predigt von Ulf Schlüter, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er machte anhand einer Szene in der Apostelgeschichte auf das Fundament aufmerksam, welches die Arbeit der Diakonie im Sieger- und Sauerland und des Jung-Stilling-Krankenhauses seit jeher prägt: „Was steht ihr da und seht zum Himmel? Diese Frage stellten zwei Männer in weißen Gewändern den elf Jüngern, nachdem sie fassungslos sahen, wie Jesus 40 Tage nach seiner Auferstehung gen Himmel fuhr.“
Die Frage veränderte die Jünger. Sie blickten vom Himmel ab und vertrauten darauf, auch weiterhin mit Jesus verbunden zu bleiben. Sie begriffen, dass Schluss damit ist, Löcher in die Luft zu starren und es auf der Erde reichlich zu tun gibt. „Damit hat alles begonnen: der Dienst am Menschen, für den Nächsten da sein, helfen, heilen, sich Nöten annehmen.“
Ulf Schlüter lobte die Mitarbeiter, die unter dem Dach der Diakonie in Südwestfalen täglich für andere Menschen im Einsatz sind: „Ob im Krankenhaus oder in den weiteren Einrichtungen wie den medizinischen Versorgungszentren, der Suchtberatung oder der Wohnungslosenhilfe: Es ist ein Segen, dass Sie da sind und wissen, wo es hinzuschauen gilt.“
Diakonie gehört zur Gesellschaft
„Diakonie, das steht doch auf so vielen Autos, die durch die Stadt fahren.“ Oder: „Ich war im Krankenhaus der Diakonie, um ein Praktikum zu machen“. Pfarrer Tim Winkel, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Siegen, erläuterte Statements, die das Diakonische Werk bei einer Umfrage auf der Straße sammelte. „Aus den Aussagen schließen wir, dass Diakonie eine Mischung aus altbekannten Dingen, Erwartungen und Erfahrungen ist. Die Diakonie gehört in unsere Gesellschaft und ist mit Rat und Tat für Alte, Kranke und Ratsuchende da – in der Diakonie in Südwestfalen allein mit rund 4000 Mitarbeitenden für jährlich 100.000 Menschen.“
Den Aspekt der Tat griff auch Peter-Thomas Stuberg, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Siegen, in seiner Ansprache auf: „Im diakonischen Handeln geht es um ein partnerschaftliches Helfen hin zum Besseren. Oft reicht die Hilfe der Menschen sogar über die Grenzen hinaus.“ Er betete: „Herr, wir danken dir für ihr Vorbild und ihren Fleiß. Wir hoffen darauf, dass deine Kraft in den schwachen Menschen stark sein wird.“
Nach dem Gottesdienst ging es für die Festgemeinschaft bergabwärts in die Martinikirche, in der zu einem Empfang mit Eröffnung der Wanderausstellung geladen wurde. Von der Pflege im Diakonie Klinikum über die Gemeindearbeit der Diakonissen und Gemeindeschwestern bis hin zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Hospizarbeit thematisieren die 25 mobilen Tafeln die Vielfalt des diakonischen Wirkens in den Kirchengemeinden und Einrichtungen des Siegerlands.
Täglich für Hilfesuchende da
Karl Fleschenberg, Verwaltungsratsvorsitzender der Diakonie in Südwestfalen, stellte in seiner Ansprache den unermüdlichen Dienst der diakonisch tätigen Mitarbeiter in den Fokus: „Mein Dank gilt vor allem jenen, die täglich professionell für Hilfesuchende da sind, ganz unabhängig von religiöser, ethischer oder nationaler Herkunft.“
Lob für die Diakonie im Siegerland als ein fester Partner in der Region gab es auch von Landrat Andreas Müller: „Die Einrichtungen des Diakonisches Werks im Evangelischen Kirchenkreis Siegen und im Verbund der Diakonie in Südwestfalen nebst Tochtergesellschaften möchten wir in unserer Region nie missen.“
Müller betonte, dass das Diakonie Klinikum Jung-Stilling als Notfallkrankenhaus der höchsten Versorgungsstufe ein fester Pfeiler für die Menschen im Dreiländereck ist und dankte für das stetige Engagement. „Ich gratuliere herzlich zum Doppeljubiläum und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“ red