Für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler diskutierten Bürgermeister Guido Orthen und Alfred Bach, Leiter des Planungstabs Aufbau. Die Gemeinden Heimersheim, Heppingen und Lohrsdorf wurden durch ihre Ortsvorsteher Jürgen Saess, Klaus Kniel und Hans Jürgen Juchem vertreten.
Im Bereich zwischen Heppingen und Bad Bodendorf müssen die Interessen besonders vieler Akteure berücksichtigt werden, erklärte Toenneßen. Sie erläuterte, dass der Kreis derzeit mit der Gewässerwiederherstellung auf Grundlage von HQ 10, einem statistisch gesehen 100-jährigen Hochwasser, befasst ist.
Landesbetrieb fertigt Studie an
Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe für die Realisierung der Bundesstraße 266 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die es abzuwarten gelte. Der Kreis sei mit der Gewässerwiederherstellung, insbesondere mit der Gewässersohle befasst. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn werde vor allem aber die Wiederherstellung der Ufersicherung auf der Bahnseite in Form einer Stützmauer vorangebracht, um der Ahr mehr Raum zu geben. Zudem wäre auch die Radwegeplanung der Stadt Thema.
Die Bürger der östlichen Stadtteile Heppingen, Heimersheim, Lohrsdorf, Green und Ehlingen wiesen auf die besondere Hochwassergefahr durch Rückstau und Verklausungen in ihrem Ahrabschnitt hin. Die künstlich geschaffene Enge des Flussquerschnitts müsse auch zu Lasten der B 266 durch einen Rückbau der Umgehungsstraße auf ein erforderliches Mindestmaß beseitigt werden. Weigand lobte die Initiative der Bürgerschaft, den Bahnhaltepunkt Heimersheim zugunsten des Hochwasserschutzes zu verlegen. Durch eine Stützmauer setze der Kreis mit der Deutschen Bahn nun den maximal möglichen Wasserabfluss am nördlichen Ufer um. Dies sei auch das Ziel am Südufer. Hier warte man auf die Machbarkeitsstudie des LBM. Klaus Kniel bemängelte den schleppenden Informationsfluss sowie die fehlende Transparenz und Geschwindigkeit.
Nur ein Provisorium
Bürgermeister Orthen betonte, dass die Böschungsbefestigung an der Umgehungsstraße laut LBM nur ein Provisorium darstelle. Anlandungen der Ahr in den Lohrsdorfer Auen und angeschwemmter Müll würden noch immer den Durchfluss verschlechtern und eine Bedrohung insbesondere bei Hochwasser darstellen, betonten Bürger und Ortsvorsteher Juchem. Der Kreis befasse sich mit der Beräumung unter Berücksichtigung von Ruhezeiten, erklärte Anja Toenneßen.
Unzufrieden waren alle Anwesenden mit der Entwässerung der Ehlinger Senke. Die Autobahn GmbH hatte jüngst eine Einladung der Stadt ausgeschlagen und sich bei der Finanzierung und Unterhaltung des Entwässerungstunnels für nicht zuständig erklärt, so Orthen. Vertreter des Arbeitskreises wiesen auf die Gefahren bei Starkregen und Hochwasser hin. Schon seit dem Bau der A 571 in den 1970er-Jahren war den Bürgern ein Zugangs- und Entwässerungsbauwerk zur Ahr zugesagt worden, das bis heute nicht realisiert wurde.
Im Herbst soll der konstruktive Dialog in gleicher Runde fortgeführt werden. Dann könnte auch die Machbarkeitsstudie des LBM vorliegen. red


