Kreis Ahrweiler
Kommentar: Es ist noch immer Luft nach oben

War das endlich die Wende für Remagen? Nimmt der alljährliche, abstruse wie unvermeidliche Spuk endlich ab? Es waren 140 Neonazis weniger, die die Römerstadt am Samstag belästigt haben. Bleiche, verlotterte, dunkle Gestalten, verwirrt, verirrt in ihrer Ideologie. Diese Menschen trauern nicht, sie gedenken nicht. Sie folgen ihren Wortführern blindlings. 

Redakteur Jan Lindner zum Demotag in Remagen

Am Samstag haben sie sie mitunter nicht mal verstanden – auch akustisch nicht. Denn der Protest der Gegenveranstaltungen war gewaltig. Die „Trauernden“ waren beeindruckt. In ihren Gesichtern sah man Unwohlsein. Vielleicht haben auch diese Ewiggestrigen endlich gemerkt: In Remagen will sie niemand. Prächtig war die Stimmung in der Innenstadt.

Das Programm wird immer besser, die Gegenwehr immer stärker. Gleichwohl: Grade hier ist noch immer Luft nach oben. Rund 700 Menschen, die sich einsetzen für Demokratie, Frieden und Toleranz im Zentrum einer 16 000-Einwohnerstadt, bei bestem Wetter und offenen Geschäften: Das ist noch immer zu wenig. Denn klar ist auch: Es war vielleicht die Wende, aber noch lange nicht das Ende.

E-Mail: jan.lindner@rhein-zeitung.net

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