Kandidaten für den Landtag
Knauf: „Bildung muss wieder gerecht werden“
Holger Knauf (Volt)
Holger Knauf (Volt)
Tom Kündgen

In den verschiedenen Wahlkreisen im RZ-Land bewerben sich jede Menge Kandidatinnen und Kandidaten um ein Direktmandat für den nächsten Landtag. Wir haben sie gebeten, sich unseren Lesern zu präsentieren.

Lesezeit 3 Minuten

Holger Knauf tritt bei der Landtagswahl im Wahlkreis 13 – Remagen/Sinzig – für die Partei Volt Deutschland (Volt) an. Um sich den Wählern vorzustellen, beantwortet Knauf in diesem Artikel Fragen zu sich und politischen Inhalten, die wir allen Kandidaten haben zukommen lassen.

Was müssen die Wählerinnen und Wähler über Sie als Politiker wissen? Was sind Ihre Eignung, Motivation und Zielvorstellung für die Aufgabe im neuen Landtag?

Meine politische Motivation entspringt direkt meinem Berufsleben. Seit vielen Jahren arbeite ich im Bildungssystem, zuletzt an einer Schule, die oft als „Brennpunktschule“ bezeichnet wird. Ich benutze diesen Begriff bewusst, obwohl ich ihn nicht mag. Denn nicht die Kinder machen eine Schule zum Brennpunkt, sondern politische Entscheidungen. Jeden Tag erlebe ich, was soziale Ungleichheit bedeutet: Wie sehr die Startbedingungen im Leben darüber entscheiden, welche Chancen Kinder wirklich haben. Ich sehe, wie engagiert Lehrerinnen und Lehrer versuchen, das Beste zu geben, und wie oft sie dabei gegen ein System ankämpfen müssen, das nie für alle Kinder gleichermaßen gedacht war. Ich will, dass Politik endlich die Voraussetzungen dafür schafft, dass Bildung wieder gerecht wird. Ich trete mit der Überzeugung an, dass echte Bildungsgerechtigkeit der Schlüssel zu gesellschaftlichem Zusammenhalt ist und der Schlüssel für eine sozial und gerade auch wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft.

Ein paar persönliche Informationen: Bitte nennen Sie uns zentrale Eckpunkte und Ereignisse Ihres Lebenslaufs: Name, Alter, Familienstand, Kinder, Schul- und Berufsausbildung, aktueller Beruf, politische Erfahrung und Parteizugehörigkeit.

Ich bin 36 Jahre alt, gebürtiger Sinziger, verheiratet und Vater von drei Töchtern. Nach meinem Studium in Bonn und Köln bin ich mit meiner Familie bewusst in die Heimat zurückgekehrt. Seit vielen Jahren arbeite ich als Pädagoge im Bildungssystem, in unterschiedlichen Rollen und mit verschiedenen Perspektiven. Seit 2024 engagiere ich mich bei Volt und bringe mich dort in verantwortlicher Rolle aktiv ein.

Welche Herausforderung in Rheinland-Pfalz muss in den ersten 100 Tagen einer neuen Landesregierung sofort angegangen werden, und wie bringen Sie sich dabei ein?

Wir brauchen schlichtweg mehr Klarheit und Transparenz innerhalb der Politik. Momentan wirkt der Landtag oft zu weit weg von der Realität der Menschen hier in Rheinland-Pfalz. Vertrauen gewinnt eine Regierung nur zurück, wenn sie Bürgerinnen und Bürger aktiv einbezieht, Versprechen einhält, Bürokratie abbaut und endlich wieder echte Konsensbereitschaft zeigt. Ein neues, ehrliches Miteinander in der Politik ist für mich die entscheidende Grundlage für jedes noch so detaillierte Sachthema.

Was läuft aus Ihrer Sicht im rheinland-pfälzischen Bildungssystem aktuell schief, und wie wollen Sie die Probleme konkret lösen?

Ungleiche Startchancen für Kinder bestehen weiterhin überall. Wenn wir nicht endlich massiv in Bildung investieren, verspielen wir unsere Zukunft. Wir brauchen eine hochwertige Ganztagsbetreuung, gezielte Frühförderung und ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder. Schule muss praxisnaher werden und echte Mitbestimmung ermöglichen, um Sozialkompetenz zu stärken. Lehrkräfte müssen wir entlasten, indem wir auf pädagogische Freiheit und moderne Fortbildungen statt auf starre Vorgaben setzen.

Welche Koalition wird Rheinland-Pfalz nach der Wahl regieren, und wer wird sie anführen?

Ich stehe für eine Politik, die sich nicht im Dauerwahlkampf verliert, sondern am runden Tisch Lösungen findet. Unsere Bürger∗innen verdienen eine Koalition, die fair streitet und die Vielfalt unseres Landes wirklich widerspiegelt. Wir brauchen jetzt den Mut, nicht nur zu verwalten, sondern progressiv zu gestalten: weg von Selbstdarstellung und hin zu mutigen Entscheidungen für unsere Heimat und Zukunft.

Warum braucht es gerade Sie im neuen Landtag, und für welche drei politischen Anliegen aus Ihrem Wahlkreis wollen Sie sich unmittelbar nach der Wahl einsetzen?

Die Politikverdrossenheit ist groß. Wir brauchen mutige, junge Stimmen, die Wege neu denken, statt in alten Strukturen zu verharren. Ich arbeite konsensorientiert und bringe Impulse einer Generation ein, die mitgestalten möchte. Als Sinziger kenne ich meine Mitmenschen im Kreis Ahrweiler gut, möchte Zuhören und anpacken. Meine ersten Anliegen: sichere KiTa- und Ganztagsschulplätze, der Ausbau von Car- und Bikesharing sowie das Schließen der Lücken bei Fahrradwegen und -brücken an der Ahr.

Warum ist Ihr Wahlkreis der beste/schönste/attraktivste in Rheinland-Pfalz?

Nicht ohne Grund bin ich nach meinem Studium in Bonn und Köln mit meiner jungen Familie in die Heimat zurückgekehrt. Ich bin unglaublich gerne hier aufgewachsen und wünsche mir diese Erfahrung auch für meine Kinder: Ein vielfältiges Schulangebot, gute ÖPNV-Anbindung, ein starkes Vereinsleben – und alles umgeben von wunderschöner Natur. Die Flut hat bei all ihrem Schrecken gezeigt, wie stark wir Menschen aus dem Kreis Ahrweiler im Zweifel zusammenrücken und gemeinsam anpacken.

Alle Angaben stammen von Holger Knauf.

Kontakt zum Kandidaten

Holger Knauf (Volt Deutschland) Wahlkreis 13 (Remagen/Sinzig) Landesliste: Platz 6

Telefon: +49 15562/639787 E-Mail: holger.knauf@volteuropa.org

Social-Media-Kontakte: Instagram: @holger.knauf

Ressort und Schlagwörter

Kreis AhrweilerWK 13 – Remagen/Sinzig

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