Die acht professionell ausgebildeten Sänger – je vier Frauen und Männer – könnten zumindest dem Alter nach Sprösslinge der legendären King’s Singers aus England sein. Doch die Musiker aus dem Rheinland stehen ganz bewusst zu ihrem individuellen Charakter, den sie innerhalb des beliebten Genres der A-cappella-Musik gefunden haben. Klangkultur, Interpretationsfreude und musikalische Vitalität sind bei Vokalexkursion sowohl Markenzeichen als auch Anspruch. Das junge Ensemble – Sieger beim Landeschorwettbewerb NRW und zuletzt auch erfolgreich beim Deutschen Chorwettbewerb – hat das Konzert mit dem Titel „Salvator Mundi“ überschrieben. Der Begriff beschreibt aus christlicher Sicht den Retter der Welt.
Konzert soll Hoffnung spenden
Mit den vielfältigen Stücken will das Konzertprogramm diese Momente von Hoffnung und Zuversicht beleuchten. Dabei sind die ältesten Stücke schon aus dem Mittelalter überliefert, andere stammen aus der britischen Chortradition, aber auch Gospel darf nicht fehlen.
Giovanni Croce ist einer der frühesten Komponisten, die die Musikgeschichte kennt. Von ihm stammt die Motette „Gaudeamus omnes“ als polyphon-freudvolle Klangfontäne. Vital und tänzerisch empfand Johann Pachelbel den Psalm „Singet dem Herrn“ – hierfür teilt sich das Ensemble in zwei Chöre im Dialog auf. Vokalexkursion führt anhand von Heinrich Schütz Werk „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ vor, wie Zuversicht im Barock klingt. Aber auch anglikanische Chorsätze umfasst das Programm, dazu gibt es Neukompositionen und einen Hauch skandinavischer Melodik.
Kirchenmusik mal anders
Erstaunlich neben Reinheit und Volumen des Klanges bei nur acht Sängern ist, dass sich die jungen Leute dem Repertoire der geistlichen Musik verschrieben haben. Doch die Version von Kirchenmusik, die Vokalexkursion zu Gehör bringt, ist nun gar nicht dem Klischee entsprechend, sondern lebendig, stark und enthusiastisch – in der besonderen Akustik des Kirchenraums umso mehr. Zumal tummeln sich die Gesangstalente, die sich beim Musikstudium oder bereits als Chorknaben am Kölner Dom gefunden haben, gerne im Grenzbereich sakraler Musik. red

