In Schuld, einem Dorf an der Oberahr, lehnt sich Beate Au über eine Mauer der Hauptstraße gegenüber der St. Gertrud Kirche. Von hier aus blickt sie auf die Ahr und den Dorfplatz. Zwei Autos parken dort, sonst ist der Kiesplatz leer. Ganz anders sah es hier vor fünf Jahren aus. Am Morgen nach der Flutkatastrophe berichtete Beate Au aus Schuld.
„Es sah aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen“, sagt sie. Ein schwarzes Klavier lag dort, ein zerbeultes Auto und unzählige Gegenstände lagen auf dem Platz, von der Flut dorthin gespült. Es sei ein Panorama der Zerstörung gewesen. Auf ihrem Handy zeigt Au Fotos davon damals. „Ich habe die Bilder nicht gelöscht, es war mein erster Einsatz bei der Flut. Ich möchte mich erinnern“, sagt sie.

Beate Au ist heute Rentnerin. Mehr als 40 Jahre berichtete sie für unsere Zeitung aus dem Ahrtal. Die Katastrophe in der Nacht zum 15. Juli hat die Region nachhaltig verändert. Au sagt, es gebe eine Zeitrechnung vor der Flut – und eine danach. In unserem Podcast „RZ Spezial - Unterwegs mit unserer Flutreporterin: 5 Jahre danach“ schildert sie, wie sie die Tage nach der Flut erlebte und wo sie als Journalistin Grenzen zog.
Am Morgen nach der Flut beobachtete sie Einsatzkräfte der Feuerwehr. Sie ruhten sich in Schuld an einem Baum aus. „Man hat in ihren Gesichtern gesehen, was sie für eine Nacht hinter sich hatten“, sagt Au. „Ich dachte: Das wäre eigentlich ein tolles journalistisches Foto. Aber ich habe es gelassen. Ich wollte die Menschen nicht in ihrer Würde verletzen.“

Drei Orte zeigt uns die langjährige Journalistin, überall ist die Flut noch gegenwärtig: In Schuld wird an einer zerstörten Brücke gearbeitet, in Mayschoß das Ahrufer neugestaltet, in Bad Neuenahr-Ahrweiler rollt ein Bagger durch den Kurpark. Im Podcast spricht Beate Au, was die Flut mit den Menschen gemacht hat – und warum sie glaubt, dass das Ahrtal touristisch bald wieder oben mitspielen wird.
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