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Ein überholtes Frauenbild: Die beherrschte Frau

Melanie Schröder

Wenn Frauen die Macht hätten, müssten Männer büßen: Dieses Szenario entwirft die britische Autorin Naomi Alderman in ihrem Roman „Die Gabe“ (Original: „Power“). Ausgangspunkt dieser Zukunftsvision sind Übergriffe auf Frauen. Doch dann verkehren sich die Machtstrukturen, und Männer werden – teils brutal – beherrscht. Schon jetzt wird das Buch der Professorin für kreatives Schreiben als künftiger Klassiker gehandelt. Die Veröffentlichung auf Deutsch wurde vorgezogen aufgrund der internationalen Debatte um sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch, die sich unter dem Schlagwort #MeToo (Ich auch) zu einem Großbeben ausgeweitet hat. „Die Gabe“ scheint einen Nerv zu treffen: Der Roman spielt mit der Sehnsucht nach einer Korrektur der Geschlechterrollen und dem Wunsch nach weiblicher Selbstermächtigung. Frauen sollen als das starke Geschlecht erkennbar werden, Machtpositionen besetzen und (aus-)nutzen – so wie es, überspitzt gesagt, Männer jahrhundertelang getan haben.

Vielleicht rührt der große Wirbel um „Die Gabe“ daher, weil die anhaltende und notwendige #MeToo-Debatte derzeit ein gegenteiliges Bild von Weiblichkeit nahelegt, das nicht mehr zeitgemäß erscheint: Frauen sind noch ...

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