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Koblenz

Ausstellung spürt Brentanos Wirken nach

Clemens Brentano kehrte immer wieder an seinen Geburtsort Koblenz zurück. Dort widmet man dem Romantikdichter nun eine Ausstellung mit spannenden Exponaten.

Clemens Brentano kehrte immer wieder an seinen Geburtsort Koblenz zurück. Dort widmet man dem Romantikdichter nun eine Ausstellung mit spannenden Exponaten.

Koblenz – Sein frühestes Gedicht auf den Rhein, an dem er 1778 in Ehrenbreitstein geboren wurde und an den er immer wieder zurückkehren sollte, verfasste Clemens Brentano am 27. Mai 1802 während seiner ersten Rheinreise mit seinem Freund Achim von Arnim. „Am Rheine schweb‘ ich her und hin / Und such den Frühling auf. / So schwer mein Herz, so leicht mein Sinn / Wer wiegt sie beide auf / Ein Blümlein wiegt sie auf.“ Die Handschrift der Frühüberlieferung des Gedichts gehört zu den Kostbarkeiten der Ausstellung „Clemens Brentano, Koblenz und der Rhein“, die Landesbibliothekszentrum und Stadtbibliothek Koblenz passend zum Brentano Kolloquium im Mutter Beethoven-Haus in Ehrenbreitstein zeigen.

30 ausgewählte Exponate, Bücher, Briefe und Autographen dokumentieren Leben und Werk des frühen und späten Brentano, beginnend mit einer Kopie der Taufurkunde, die den letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus Herzog von Sachsen als Taufpaten (daher auch der Vorname) verzeichnet. In Koblenz verbrachte Brentano einen Teil seiner Schulzeit.

Freundschaft zu Görres

Damals lernte er Joseph Görres kennen, den er zunächst aber nicht sonderlich schätzte: „Görres ist ein tiefsinniger in Freiheit und Gleichheit ausgetobter einseitiger unpoetischer unkritischer, hölzerner, eiteler, Jeanpaulsleser, Göthesverächter und fader Religionsspötter.“ Erst später, während Brentanos Heidelberger Zeit, entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft.

Die Eindrücke der Rheinreise 1802 beeinflussten wesentlich das dichterische Schaffen Brentanos. Ihr Startpunkt war Frankfurt, wo Achim von Arnim die Brentanos besucht und dabei auch seine spätere Frau Bettine kennengelernt hatte.

Stationen der Reise waren Bingen, Rüdesheim, und Koblenz. Hier trennten sich die Freunde an der Fliegenden Brücke, in der Ausstellung zu besichtigen in einer 1826 in London erschienenen „Scenery of the Rhine“, der ersten Rheinreise-Beschreibung mit Stahlstichen, zu denen Robert Batty die Vorlagen geliefert hatte. Erst 1804 werden sie sich wiedersehen.

Späte Rückkehr

Das durch die poetische Brille betrachtete Leben auf dem Rhein, der Gesang der Schiffer inspirierten Brentano und Arnim zu ihrer drei Jahre später begonnenen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, besonders für Arnim auch ein nationalpolitisches Projekt, gespeist aus dem Erlebnis „unsrer niedergebeugten Landsleute am linken Rheinufer“. Erst 1825 kehrte Clemens Brentano nach Koblenz zurück. Mit anderen katholischen Bürgern gründete er eine Abendgesellschaft und engagierte sich darüber hinaus für den politischen Katholizismus.

Die Ausstellung im Mutter Beethoven-Haus in Ehrenbreitstein ist bis 1. Oktober zu sehen, dienstags bis samstags, 12 bis 17 Uhr, sonntags 12 bis 16 Uhr.

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