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Kommentar: Die Zwergschule ist ein Auslaufmodell

Dass die Gemeinden im ländlichen Raum für ihre Zwergschule kämpfen, ist verständlich. Zu viel haben sie schon verloren an Infrastruktur. Den Bäcker, den Metzger, den Lebensmittelladen, die Dorfkneipe, den Hausarzt, den Handwerksbetrieb. Wozu ein Neubaugebiet ausschreiben, wenn der Ortskern ausstirbt? Jetzt steht auch die Zwergschule vor dem Aus. Für die Dörfer ist das die Apokalypse.

Birgit Pielen
Birgit Pielen

Birgit Pielen zur Entwicklung der Bildungslandschaft

Bildung war und ist in Rheinland-Pfalz immer auch ein ideologisches Spielfeld. CDU-Fraktionsvize Alexander Licht forderte im Landtag, Politik dürfe sich nicht dem Schicksal des demografischen Wandels ergeben. Wohl wahr. Der Lehrerverband VBE stimmte an, dass „wir gute Bildung in jedem Winkel unseres großartigen Landes brauchen“. Auch das wird keinen Widerspruch erzeugen. Aber: Das Bildungsministerium muss abseits des Hohelieds auf Zwergschulen Realpolitik machen. Und das heißt, der bitteren Realität des demografischen Wandels ins Auge zu schauen: Zwergschulen sind ein Auslaufmodell.

Entschieden hat das nicht die Politik. Entschieden haben das einzig und allein die Eltern. Sie wählen die Schule, die sie für ihr Kind am besten halten – und die am besten zu ihrem Lebensentwurf passt. Das ist eine persönliche Entscheidung, die zu respektieren ist. Fakt ist: Viele Kinder aus den kleinen Dörfern besuchen eine benachbarte Grundschule, die ganztags unterrichtet. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Moselort Klotten hat 25 Jungen und Mädchen im Grundschulalter. Doch nur sieben Kinder besuchen die Zwergschule im Dorf, 18 Kinder pendeln in die Ganztagsschule nach Cochem.

Kleine Grundschulen sind aufgrund ihrer begrenzten Möglichkeiten unattraktiv für viele Familien. Dass es Zwergschulen überhaupt noch gibt, ist ohnehin ein gewisser Luxus – der den Dörfern aufgrund der infrastrukturellen Probleme von der Politik zugestanden wird. Aber ab einer gewissen Größe ist es angebracht zu fragen, wie lange man sich das noch leisten will und kann.

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