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Kommentar: Das Land darf die Dörfer nicht allein lassen

Der Frühsommer war heiß in Rheinland-Pfalz. Und das nicht unbedingt mit Blick auf die Temperaturen: Das Land hatte angekündigt, mehr als 40 kleine Grundschulen zu überprüfen. Lohnt es sich, sie zu erhalten? Die Frage löste vom Westerwald bis an die Mosel, von der Eifel bis in die Pfalz Proteststürme aus. Eltern und Lehrer verfassten Petitionen und gingen – die Kinder im Schlepptau – auf die Straße. Bürgermeister sprachen davon, dass mit den Schulen ihren Dörfern das Herz herausgerissen werde. Mancher befürchtete gar einen Flächenbrand.

Angela Kauer
Angela Kauer

Angela Kauer-Schöneich zur Schließung kleiner Grundschulen

Am Ende sind es neun Grundschulen geworden, die bis zum kommenden Sommer dichtgemacht werden sollen – und das auch erst, nachdem alle Beteiligten sich noch einmal an einen Tisch gesetzt und über die Folgen gesprochen haben. Neun von mehr als 40 – von einem Flächenbrand kann da keine Rede sein. Vielmehr scheinen das Bildungsministerium und die Schulaufsichtsbehörde ADD genau das gemacht zu haben, was sie versprochen hatten: Sie haben sich jede Schule, jedes Dorf genau angeschaut. So schwer es den Gemeinden, die jetzt ihre Schulen verlieren, auch fallen mag, das anzuerkennen.

Was aber auch stimmt: Für viele Dörfer sind Grundschulen ein Standortfaktor, der sie gerade für junge Familien als Wohnort attraktiv macht. Mit den Schulen fällt dieser Faktor weg. Spätestens jetzt müssen also neue Konzepte her, um die betroffenen Dörfer am Leben zu erhalten. Die Impulse müssen aus den Orten selbst kommen – aber die Landespolitik sollte die Menschen auch nicht mit diesem Problem allein lassen.

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