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Großholbach

Ein Baum bietet der Madonna Schutz

Eine alte Eiche im Tal des Holbaches muss auf Andreas Herborn aus dem Westerwalddorf Großholbach um das Jahr 1830 eine magische Anziehungskraft gehabt haben. Vielleicht lag es aber auch allein schon daran, dass der Baum genau am alten Wallfahrtsweg zu Unserer lieben Frau von Wirzenborn im Gelbachtal lag?

Am alten Wallfahrtsweg von Großholbach nach Wirzenborn steht die Bildches Eich, die heute von einer kleinen Kapelle behütet wird. Foto:
Am alten Wallfahrtsweg von Großholbach nach Wirzenborn steht die Bildches Eich, die heute von einer kleinen Kapelle behütet wird.
Foto:

Von Markus Müller

Auf jeden Fall schlug Herborn aufgrund eines unbekannten Erlebnisses eine Nische in die Eiche und stellte eine Madonnenfigur mit zwei Engeln hinein. Fast 100 Jahre später wurde die Gedenkstätte durch einen Holzvorbau, dann die mittlerweile ausgebrannte Eiche durch weitere Anbauten geschützt. 1963 wurde der Grundstein für die heutige Kapelle gelegt, die ein Jahr später eingeweiht werden konnte und den Rest der sogenannten Bildches Eich mit der Madonna bis heute behütet.

Heute lädt die kleine Kapelle in der kühlen Bachaue jederzeit zur Rast und zur Besinnung ein. Nur wenige Hundert Meter davon entfernt und einfach erreichbar über die Wäller Tour "Eisenbachtal" steht seit 1766 in der Flur "In der Seelenau" das sogenannte Steinerne Kreuz. Es soll von einer Frau aus dem Nachbarort Girod für die armen Seelen aufgestellt worden sein. Der Holbach wie auch die Bildches Eich sind übrigens im Dorfwappen von Großholbach enthalten: Eine Wellenlinie symbolisiert den Bach, und grünes Eichenlaub steht für die Bildches Eich, das eigentliche Wahrzeichen des Dorfes.

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