Halle (dpa) – Der deutsche Biodiversitätsforscher Josef Settele ist tot. Settele sei «Agrarökologe von Beruf, Biodiversitäts- und Insektenforscher aus Leidenschaft, Wissenschaftskommunikator aus Überzeugung und Sorge um die biologische Vielfalt und ein großer Menschenfreund» gewesen, hieß es vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Am 9. Oktober sei er im Alter von 65 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben.
Settele leitete am UFZ das Department Naturschutzforschung und war außerplanmäßiger Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der aus dem Allgäu stammende Biologe gehörte zu den prägenden Wissenschaftlern des Weltbiodiversitätsrats (IPBES). Er war einer der drei Co-Vorsitzenden des globalen Berichts zur biologischen Vielfalt und arbeitete unter anderem an Studien zu Bestäubern mit. Auch im Weltklimarat IPCC war er als Leitautor tätig.
Neben seiner Forschung setzte sich Settele für den Schutz von Insekten und die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse ein. Er baute unter anderem das Tagfalter-Monitoring Deutschland mit auf, bei dem Freiwillige Schmetterlinge erfassen. Zudem schrieb er mehrere Bücher, darunter einen Schmetterlingsführer.
© dpa-infocom, dpa:261012-930-828161/1

