Heidelberg (dpa) - Die stark gestiegenen Gas-Großhandelspreise haben erste Auswirkungen auf neue Verträge von Haushaltskunden. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox haben sich die günstigsten Neuverträge innerhalb weniger Tage im bundesweiten Schnitt um 1,2 Cent pro Kilowattstunde verteuert. «Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent», sagte ein Sprecher. Die Ursache für den Anstieg der Großhandelspreise ist der Iran-Krieg.
Laut Verivox zahlte ein Haushalt mit einem Gas-Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im Februar 2026 im bundesweiten Durchschnitt im günstigsten Gastarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie noch rund 8,2 Cent pro kWh. Das günstigste Angebot liege im Bundesschnitt jetzt bei rund 9,4 Cent je Kilowattstunde.
Portal: Bestandskunden haben vorerst nichts zu befürchten
«Bestandskunden müssen vorerst keine Gas-Preiserhöhungen befürchten», sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Die Sorge vor einer länger anhaltenden Schließung der Straße von Hormus und die aktuell hohen Großhandelspreise sorgten jedoch dafür, dass die Neukundenpreise nun deutlich anzögen.
Für die Auswertung erhob das Portal das günstigste Angebot für jede Postleitzahl. Daraus wurde der Bundesschnitt gebildet. «In etwa einem Prozent der Postleitzahl-Gebiete gibt es sogar minimale Senkungen», sagte der Sprecher. Die Spanne reiche von 5 Prozent Senkung bis 44 Prozent Erhöhung.
Bislang keine Preiserhöhungen in der Grundversorgung
Preiserhöhungen in der Grundversorgung gibt es laut Verivox bislang nicht. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden im örtlichen Grundversorgungstarif liegt laut Verivox im März bei 13,4 Cent je Kilowattstunde.
In Europa gehandeltes Erdgas ist seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar an der Börse um rund 65 Prozent teurer geworden. Die globalen Öl- und Gasmärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Schiffs-Transport von Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.
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