Seoul (dpa) – Die südkoreanische Börse ist im Zuge eines weltweiten Ausverkaufs von Tech-Aktien massiv unter Druck geraten. So brach der Leitindex Kospi im Frühhandel um über acht Prozent ein. Die Wertpapiere der Speicherchip-Produzenten SK Hynix (-11 Prozent) und Samsung Electronics (-8 Prozent) gaben ebenfalls deutlich nach. Wegen der heftigen Kursverluste setzte die Börse in Seoul den Handel für 20 Minuten aus. Ein sogenannter «Circuit Breaker» soll verhindern, dass Panikverkäufe den Markt weiter destabilisieren.
Die Anleger reagierten offenbar auf die Verluste an der Wall Street, wo Sorgen über die künftige Entwicklung der Investitionen in Künstliche Intelligenz die Kurse belasteten. Hintergrund ist der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen, der Befürchtungen über eine mögliche Verlangsamung des Ausbaus von Rechenzentren verstärkte. Wegen ihres hohen Finanzierungsbedarfs sowie potenzieller Umweltschäden stößt der Ausbau neuer Rechenzentren in den Vereinigten Staaten zunehmend auf Widerstand.
Sorge um KI-Ausbau und hohe Ölpreise verschrecken Anleger
Zudem verwies die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap als Grund für die Kurseinbrüche auch auf die Gefahr steigender Ölpreise, nachdem iranischen Angaben zufolge erneut mehrere Tanker in der Straße von Hormus beschädigt worden waren. Südkorea ist als energiearmes Industrieland stark auf Ölimporte aus dem Nahen Osten angewiesen. Gleichzeitig ist seine Börse wegen des hohen Gewichts der Halbleiterbranche besonders anfällig für Schwankungen im KI-Sektor.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank im Frühhandel um rund 6,5 Prozent. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel kurz nach Handelsstart um rund 1,3 Prozent, während der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen um etwa 1,7 Prozent nachgab.
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